Benzin- und Dieselverkäufe in Norwegen sinken weiter

Der Audi e-tron ist der bisher in diesem Jahr der meistverkaufte Neuwagen in Norwegen.©Elbilforening

Oslo, 23. Juni 2020. Die Benzin- und Dieselverkäufe in Norwegen sind im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Folge gesunken und damit auch die Emissionswerte. Wie der norwegische Elektroautoverband Norsk Elbilforening mitteilt, hätten Elektroautos hieran einen großen Anteil. Neue Zahlen von Statistics Norway zeigten, dass Norwegen sein Klimaziel für 2020 erreichen wird. Im April übersprang der Anteil der Elektroautos an der gesamten Pkw-Flotte in Norwegen erstmals die zehn-Prozent-Hürde. 

“Der Rückgang des Verkaufs von Benzin und Diesel in den letzten drei Jahren ist tatsächlich größer als der Rückgang während der Ölkrise von 1974, nach dem Börsencrash von 1987 und der Finanzkrise”, sagt Unni Berge, Kommunikationsmanager von Elbilforening.

Seit Beginn der Erdölstatistik im Jahr 1952 stiegen die Benzin- und Dieselverkäufe stetig. Die einzigen Ausnahmen von diesem Muster bis zum Start des Verkaufs von Elektroautos in Norwegen wurden durch Krisen verursacht:

  • Der Rückgang während der Ölkrise von 1974: -157 Millionen Liter
  • Der Rückgang nach dem Börsencrash 1988 / 1989: -7 / -21 Millionen Liter
  • Der Rückgang nach der Finanzkrise 2008 / 2009: -45 / -91 Millionen Liter

Insgesamt betrug der Rückgang während dieser drei Krisen 321 Millionen Liter. In den vergangenen drei Jahren sanken die Verkäufe von Benzin und Diesel um insgesamt 336 Millionen Liter.

“Dies sind inspirierende Zahlen, die zeigen, dass die norwegische Politik für Elektroautos begonnen hat, greifbare Ergebnisse zu erzielen”, so Berge.

Die Korona-Krise hatte auch große Auswirkungen auf den Verkauf von Elektroautos. Im Mai lag der Anteil beim Verkauf von Elektroautos am gesamten Neuwagenverkauf bei 43 Prozent. Dies war der zweite Monat in Folge mit einem Rückgang. Im März 2020 waren es noch 53 Prozent. Wiederaufladbare Hybridautos legten dagegen zu. Hatten Hybridautos im Mai 2019 noch einem Anteil an den Neuwagen von elf Prozent, so waren es im Mai dieses Jahres bereits 23 Prozent. Insgesamt wurden im Mai 2020 39 Prozent weniger Autos gekauft als im Vorjahresmonat.

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