Steuererleichterungen für Norwegens Öl- und Gasindustrie

Mit Steuererleichterungen soll insbesondere die Liquidität der Öl- und Gasfirmen in Norwegen gestärkt werden. ©Norsk olje&gass

Oslo, 30. April 2020. Norwegens Regierung unterstützt die Öl- und Gasunternehmen mit einem umfassenden Hilfspaket, das vor allem Steuererleichterungen für die angeschlagene Branche vorsieht. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Aktivitäten in der Öl- und Gasindustrie und der Zulieferindustrie während der Krise aufrechtzuerhalten, insbesondere die Liquidität zu sichern und Investitionen weiter zu verfolgen. Gleichzeitig mit diesen Vergünstigungen kündigte die Regierung ein Paket zur Unterstützung der grünen Transformation an.

Nach diesen Vorschlägen können Öl- und Gasunternehmen ihre Investitionen im selben Jahr von der Steuer abschreiben, in dem sie getätigt wurden, anstatt wie üblich über sechs Jahre. Das steuerfreie Einkommen ändert sich von 5,2 Prozent jährlich in den ersten vier Jahren auf zehn Prozent im ersten Jahr. Die Vorschläge betreffen Investitionen in den Jahren 2020 und 2021 sowie Investitionen, die bis 2021 eingereicht und 2022 genehmigt werden sollen. Investitionen nach 2024 sind nicht enthalten.

Der Liquiditätseffekt der Steueränderungen könne sich auf Investitionen in Höhe von 100 Milliarden NOK im Zusammenhang mit Investitionen in den Jahren 2020 und 2021 belaufen, teilt die Regierung mit. Der Steuerwert von Verlusten, die 2020 und 2021 anfallen, soll von der Steuerbehörde übernommen werden. Investitionsausgaben bis 2024 können direkt mit der Ölsteuer (56 Prozent) verrechnet werden. Insgesamt sollen die Unternehmen mit neun Milliarden Euro entlastet werden. Mitte Mai will die Regierung dem Parlament ein entsprechendes Gesetz vorlegen.

„Wir müssen immer noch damit rechnen, dass die Ölinvestitionen in Zukunft zurückgehen werden, aber mit diesem Vorschlag wird der Rückgang nicht so schnell eintreten. Dies bedeutet, dass wir Arbeitsplätze und wertvolles Fachwissen behalten. Dies wird den Rückgang bremsen und die Umstrukturierung nicht behindern“, erklärt Finanzminister Jan Tore Sanner.

Die Interessenorganisation der Öl- und Gasindustrie geht davon aus, dass die Branche nur begrenzt von den vorübergehenden Anpassungen des Steuersystems profitieren wird. „Der Vorschlag der Regierung zur direkten Abschreibung könnte die Liquidität der Unternehmen stärken, aber der Effekt der Reduzierung des freien Einkommens untergräbt den Zweck des Vorschlags – nämlich eine profitable Grundlage für neue Projekte und neue Aktivitäten zu schaffen“, erklärte Knut Thorvaldsen, CEO des Verbandes Norwegian Oil and Gas, in einer Pressemitteilung.

Die Regierung schlägt auch ein umweltfreundliches Geschäftspaket vor. Es beinhaltet eine Aufstockung der Mittel für die Fördergesellschaft Enova, mehr Geld für Forschung, Entwicklung und Innovation sowie eine Aufstockung der Mittel für eine umweltfreundliche Schifffahrt. Die Einzelheiten zur Unterstützung der grünen Transformation sollen Ende Mai vorgestellt werden.

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