Erster Ölfund in Norwegen heute vor 50 Jahren

Die legendäre Plattform Ocean Viking. Von hier aus bohrte der amerikanische Konzern Phillips Petroleum das Bohrloch, das erstmals Erdöl aus dem norwegischen Kontinentalschelfs nach oben beförderte.©Phillips Petroleum

Oslo, 25. Oktober 2019. Heute vor 50 Jahren begann in Norwegen das Ölzeitalter. Der amerikanische Konzern Phillips Petroleum brachte am 25. Oktober 1969 im Ekofisk-Feld 300 Kilometer südöstlich von Stavanger das erste Erdöl aus dem norwegischen Kontintentalschelf in der Nordsee zutage. 

Es war eines der letzten Bohrlöcher, das von der Plattform Ocean Viking aus gebohrt wurde. Das Unternehmen plante bereits seinen Rückzug aus der Region, da bisherige Funde zu klein waren, um mit der Produktion zu beginnen. Wie das Teknisk Ukeblad berichtet, habe das Bohrgerät kurz vorher einen Brunnen gebohrt, der außer Kontrolle geraten war. Das Unternehmen sei mit den Bohrungen etwa einen Kilometer weitergezogen, um den allerletzten Versuch zu unternehmen, eine bedeutende Ölentdeckung auf dem norwegischen Kontinentalschelf zu machen. Am 24. Oktober 1969 sei der Bohrer in die Kreideschicht eingebrochen, und das Bohrgerät bohrte schneller, unterstützt durch den Druck im Bohrloch.

Wie alle damals an den Bohrungen Beteiligten bestätigten, hatte niemand mehr mit einem Fund zu diesem Zeitpunkt gerechnet.

Ekofisk ist heute ein Gebiet mit insgesamt acht Feldern, von denen drei noch produzieren, einschließlich des Ekofisk-Feldes. Insgesamt gab es 32 Plattformen in der Region.

Das norwegische Ölmuseum in Stavanger feiert den 50. Jahrestag der Ölentdeckung mit der neuen Ausstellung „Found that changed Norway – Ekofisk 50 years“. Bente Nyland, Direktor der Mineralöldirektion, wird heute die Ausstellung eröffnen. 

Die Entwicklung des Feldes hat über 50 Jahre hinweg zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zu enormen Einnahmen beigetragen. Allerdings passierten im Ekofisk-Gebiet auch die schlimmsten Unfälle in der norwegischen Ölindustrie: der Öl-Ausbruch auf der Plattform Bravo im Jahr 1977 und die Katastrophe der Plattform Alexander L. Kielland, bei der 1980 123 Menschen ums Leben kamen. 

Das Ölmuseum hat die Geschichte von Ekofisk umfassend dokumentiert und stellt so sicher, dass wichtige Industriegeschichte für die Nachwelt erhalten bleibt. Die geologische, technologische, wirtschaftliche und politische Geschichte wird auf einer eigenen Website zusammengestellt.

Für Phillips Petroleum war die Entdeckung des Ekofisk-Felsdes 1969 ein Wendepunkt. Im Jahr 1969 war Phillips Petroleum Co. in der Flaute. Das Ergebnis war rückläufig, das Management hatte mehr als 1.000 Mitarbeiter entlassen, und trockene Löcher belasteten das Endergebnis. Die Geologen des Unternehmens waren begeistert von den Aussichten in der Nordsee, aber das Unternehmen und seine Partner hatten innerhalb von zwei Jahren eine Reihe von trockenen Löchern vor der norwegischen Küste gebohrt.

Nach sorgfältiger Prüfung erfüllten Phillips und die Ekofisk-Lizenznehmer ihre Verpflichtung und bohrten das letzte Loch. Diese Entscheidung gipfelte in der ersten kommerziellen Ölquelle im norwegischen Sektor der Nordsee und dem ersten riesigen Ölfeld in Westeuropa. Die Entdeckung trug dazu bei, die Reserven von Phillips zu stützen und Norwegen zu einer reichen Ölfördernation zu machen.

Der Plan für Entwicklung und Betrieb (PDO) von Ekofisk wurde 1972 genehmigt, die normale Produktion begann im selben Jahr. Seitdem wurden mehr als sechs Milliarden Barrel Öläquivalente aus dem Gebiet von Ekofisk produziert.

„Bisher wurden in der Region Ekofisk Werte von rund 2.500 Milliarden NOK geschaffen. Das entspricht einer halben Million Dollar für jeden von uns im ganzen Land. Die Bedeutung dieses Geschäfts für uns als Nation kann kaum genug betont werden“, sagte der Minister für Erdöl und Energie Kjell-Børge Freiberg gestern anlässlich der Feierlichkeiten zum Ölfund-Jubiläum.

Finden Sie hier die Ekosfisk-Story von Phillips Petroleum.

Finden Sie hier die Seite des Ölmuseums Stavanger zum Industriedenkmal Ekofisk.

Finden Sie hier die Seite des Ekofisk-Komitees.

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