Weder Brücke noch Tunnel zwischen Moss und Horten

Das Fährterminal in Moss.Jährlich nutzen 1,2 Millionen Passagiere und   Fahrzeuge die Fähren zwischen Moss und Horten.©BPN
Das Fährterminal in Moss. Jährlich nutzen 3,6 Millionen Passagiere und 1,8 Millionen Fahrzeuge die Fähren zwischen Moss und Horten.©BPN

Oslo, 23. Oktober 2018. Das Ministerium für Verkehr und Kommunikation hat nach Informationen der Zeitung Aftenposten dem Bau einer festen Verbindung über den Oslofjord zwischen Moss und Horten eine Absage erteilt. In einem Brief an die Norwegische Straßenverwaltung Statens Vegvesen vom 16. Oktober schreibt das Ministerium, dass es derzeit keine weiteren Untersuchungen zu einer möglichen festen Verbindung geben werde. Eine erneute Untersuchung werde jedoch nicht ausgeschlossen, wenn neue Informationen vorliegen. Der Fährbetreiber Bastø Fosen und der Technologiekonzern Kongsberg Maritime arbeiten inzwischen an der Automatisierung der Fährverbindung zwischen Horten und Moss.

Im November 2014 hatte Aftenposten darüber berichtet, dass die Straßenbehörde empfahl, Möglichkeiten zum Bau sowohl einer Brücke als auch eines Tunnels zwischen Moss und Horten zu prüfen und auch eine zusätzliche Verbindung zu Hurum in Betracht zu ziehen.  Ziel der Überlegungen war es, schwere Transporte, die auf der E 18 über Schweden nach Norwegen kommen und an die Westküste des Oslofjords zur E6 fahren, einen kürzeren und damit umweltfreundlicheren Weg anzubieten.

Allerdings stellte sich heraus, dass das Infrastrukturprojekt mit sehr hohen Kosten verbunden wäre. Wie Aftenposten weiter berichtet, würde der Ausbau des Moss-Horten-Fährdienstes 1 bis 1,5 Milliarden NOK kosten. Eine Brücke dagegen würde Investitionen in Höhe von 35 bis 60 Milliarden NOK notwendig machen, ein Tunnel 15 bis 25 Milliarden NOK.

Die Regionen um Moss und Horten gehören beide zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Norwegens. 1,8 Millionen Fahrzeuge und 3,6 Millionen Menschen nutzen jährlich die von Bastø Fosen betriebene Fährverbindung. Eine Fährüberfahrt dauert 30 Minuten. Eine Autobahnbrücke würde die Fahrzeit auf zwei bis drei Minuten verkürzen und im Gegensatz zur Fährverbindung 24 Stunden am Tag geöffnet sein.

Im April dieses Jahres  hat der Fährbetreiber Bastø Fosen mit dem Technologiekonzern Kongsberg Maritime ein Kooperationsabkommen zur Entwicklung eines Systems zur Automatisierung der Überfahrt zwischen Horten und Moss geschlossen. Bastø Fosen stellt Fähren und Crew zum Test neuer Technologien zur Verfügung. Ziel ist eine erhöhte Sicherheit, die optimale Verladung und  ein verbessertes Passagiererlebnis sowie eine Reduzierung des Treibstoffverbrauchs.

„Die Zusammenarbeit mit Kongsberg Maritime bei der Entwicklung neuer Technologien ist Teil unserer Verpflichtung, sichere und hochwertige Fährdienste anzubieten. Mehr automatisierte Abläufe werden wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung unserer Dienstleistungen beitragen, indem wir unseren Service für die Passagiere verbessern“, sagt Øyvind Lund, Geschäftsführer von Bastø Fosen.

Das neue System soll in der Lage sein, die Fähren in der optimalen Route zwischen Horten und Moss zu fahren, abhängig von der Verkehrssituation und den Wetterbedingungen. Dabei setzt Kongsberg Maritime auf die Technologie, die der Konzern seit 30 Jahren im Offshore-Bereich einsetzt.

Bereits im  April hatte Kongsberg Maritime an Bord einer der neuesten Fähren von Bastø Fosen Sensoren und Logging-Ausrüstung installiert. Die Daten sollen kombiniert mit der Erfahrung der Crew die Grundlage für die Funktionalität des neuen Systems bilden.

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