Statkraft und REstore planen Pool für Primärregelleistung

Batteriecontainer am Standort Dörverden@Statkraft
Batteriecontainer am Standort Dörverden@Statkraft

Düsseldorf, 5.September 2017. REstore, ein Anbieter von Energietechnologien, und Statkraft, Europas größter Erzeuger erneuerbarer Energie, haben einen Kooperationsvertrag zur Vermarktung von Primärregelleistung in der TenneT-Regelzone unterzeichnet. Statkraft wird dabei die Lithium-Ionen-Batterie am Standort Dörverden in einen Pool mit flexiblen Industrieanlagen einbringen, der von REstore betrieben und optimiert wird. Bevor Deutschlands erster Pool dieser Art Regelleistung liefern kann, müsse das technische Konzept durch TenneT präqualifiziert werden, teilen die beiden Unternehmen mit.

„Nachdem wir die erste Multi-Megawatt-Batterie im Netzgebiet von TenneT in Betrieb genommen haben, die Primärregelleistung liefert, gehen wir jetzt den nächsten Innovationsschritt. Zusammen mit REstore und TenneT möchten wir unseren Teil dazu beitragen, Erzeugung und Verbrauch in Zeiten stark fluktuierender Einspeisung aus Wind- und Photovoltaikanlagen im Gleichgewicht zu halten“, sagt Dr. Pieter Schipper, Geschäftsführer von Statkraft Deutschland und Senior Vice President Continental Assets & Market Access bei Statkraft. Die Kombination aus lastseitiger Flexibilität von Industrie- mit Erzeugungsanlagen und Batterien sei mittelfristig unerlässlich, damit das von dezentralen erneuerbarer Energie geprägtes System funktioniere.
REstores FlexPond-Technologieplattform bringt neue Elemente in den deutschen Regelenergiemarkt: In Echtzeit werden die Randbedingungen der Verbraucher und Batterien analysiert. Aus der Vorhersage von Verfügbarkeiten werden entsprechende Einsatzszenarien für das Risiko- und Portfoliomanagement errechnet. Durch die Kombination des speziellen Lademanagements der Batterie mit den Einsatzalgorithmen der Industrieverbraucher entstünden für beide Seiten schließlich eine optimale Fahrweise.
Derzeit liefert die Batterie schon drei Megawatt Primärregelleistung. Die technischen Eigenschaften der Batterie, besonders die schnelle Reaktionsfähigkeit, ermöglichen den industriellen Lasten die Teilnahme am Markt für Primärregelleistung und somit zusätzliche Einnahmen. Und auch für Statkraft lohnt sich der Einsatz der Batterie im Pool, da so im Vergleich zur heutigen Einzelvermarktung höhere Einnahmen erzielt werden können. Der Pool wird voraussichtlich über eine Gesamtkapazität von bis zu neun Megawatt verfügen. Dabei wird die Batterie schnelle Reserveleistung für Frequenzabweichungen innerhalb des +/- 100 Millihertz (mHz) Bandes liefern und die Industrieanlagen Reserveleistung außerhalb des +/- 100 mHz Bandes.

Um die Frequenz von 50 Hertz im deutschen Stromnetz jederzeit halten zu können, bedienen sich die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber der Primärregelleistung. Sie muss innerhalb von 30 Sekunden vollständig verfügbar sein und ist damit die erste zu aktivierende Regelenergieart vor der Sekundärregelleistung und der Minutenreserve. Die Übertragungsnetzbetreiber beschaffen Primärregelleistung in wöchentlichen, gemeinsamen Auktionen. Vor der Teilnahme müssen sich Anbieter und Anlagen vom zuständigen Netzbetreiber präqualifizieren lassen, um nachzuweisen, dass sie die Regelleistung auch in der erforderlichen Qualität bereitstellen können.

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