Deutschland setzt auf norwegische Naval Strike Missile

Gaben gemeinsam eine Pressekonferenz: Geir Håøy, CEO Kongsberg, Ministerpräsidentin Erna Solberg, Ine Eriksen Søreide, norwegische Verteidigungsministerin, Eirik Lie, President Kongsberg Defence Systems©Kongsberg.
Gaben gemeinsam eine Pressekonferenz, v.l.: Geir Håøy, CEO Kongsberg, Ministerpräsidentin Erna Solberg, Ine Eriksen Søreide, norwegische Verteidigungsministerin, und Eirik Lie, Präsident Kongsberg Defence Systems©Kongsberg.

Berlin, 13.Februar 2017. Deutschland und Norwegen haben eine umfassende strategische Partnerschaft bei der Zusammenarbeit beider Marinen beschlossen. Wie das Bundesministerium für Verteidigung mitteilt, sollen nicht nur U-Boote, sondern auch Seezielflugkörper gemeinsam entwickelt, beschafft und durch die Marinen beider Länder betrieben werden.Die angestrebte Zusammenarbeit basiere auf miteinander abgestimmten, gleichen Forderungen beider Marinen. Der Bedarf zum Ersatz beziehungsweise zur Modernisierung älterer Lenkflugkörper liege in Deutschland und Norwegen zeitlich eng beieinander. Auch die Anforderungen beider Marinen an die Waffensysteme seien identisch. Dies bilde die Basis für Synergien und Kosteneffekte.

Norwegen habe eine anerkannte Expertise in seiner Schlüsseltechnologie Flugkörper. Deutschland beabsichtige daher, die in Norwegen bereits bewährte Naval Strike Missile unter norwegischer Führung gemeinsam weiterzuentwickeln.

Der gemeinsame künftige Lenkflugkörper würde dann die Basis für eine enge Zusammenarbeit bei Wartung, Ausbildung und Logistik bilden. „Ich freue mich, dass wir mit dieser Rüstungskooperation die bereits heute enge Partnerschaft zwischen Norwegen und Deutschland auf eine neue Stufe stellen. Die Kooperation stärkt die Fähigkeiten unserer Marine, ist ein wichtiges Zeichen für eine engere Zusammenarbeit in Europa und zeigt, dass eine wirklich gemeinsame Entwicklung und Beschaffung von gleichen Waffensystemen möglich ist“”, so Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Langfristig sollen alle Fregatten der deutschen und norwegischen Marine den Flugkörper als Standardsystem erhalten.

Die Verhandlungen über die Zusammenarbeit werde in Kürze beginnen. In diesem Sommer noch soll das Abkommen mit Norwegen geschlossen werden. Die Teilnahme an der deutsch-norwegischen Kooperation stehe grundsätzlich auch weiteren Partnerländern offen.

Die „Naval Strike Missile“ ist ein Produkt des norwegischen Technologiekonzerns Kongsberg, entwickelt und hergestellt im Unternehmen Kongsberg Defence Systems. Wie der Konzern mitteilt,  erwarte er aus der deutsch-norwegischen Kooperation Aufträge in beträchtlicher Größenordnung, sowohl aus den Vereinbarung zur gemeinsamen Beschaffung von U-Booten als auch von der gemeinsamen Raketen-Entwicklung. Kongsberg werde gemeinsam mit etwa einhundert kleinen und großen Zulieferern aus ganz Norwegen große Zulieferungen in Schlüsselbereichen für die neuen U-Boote tätigen.

Naval Strike Missile sind heute in der norwegischen Marine und in der Marine in Polen und Malaysia im Einsatz.

 

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