Mehr Unterstützung für die deutsche Sprache

Die norwegische Regierung will die Verbreitung der deutsche Sprache in Norwegen stärker fördern.©Assunta Jaeger
Die norwegische Regierung will die Verbreitung der deutsche Sprache in Norwegen stärker fördern.©Assunta Jaeger

Oslo, 16. November 2016. Norwegen will mehr Mittel zum Erlernen der deutschen Sprache zur Verfügung stellen. „Deutschland ist der wichtigste Partner Norwegens in Europa, und das Land ist für die norwegische Wertschöpfung wichtig“, sagte Torbjørn Røe Isaksen, Minister für Bildung und Forschung. „Deshalb brauchen wir Know-how bezüglich der deutschen Gesellschaft, deshalb müssen wir die deutsche Sprache beherrschen und die deutsche Kultur verstehen.“

Wie das Ministerium in einer Presseinformation mitteilt, sollen eine Million NOK zur Verfügung gestellt werden, um die ANSA, die Vereinigung der norwegischen Auslandsstudenten, bei ihren Bemühungen um die Förderung der deutschen Sprache zu unterstützen.

Nach Angaben der Confederation of Norwegian Enterprise, NHO, dem Spitzenverband der norwegischen Wirtschaft, haben 14 Prozent der Mitglieder Bedarf an Mitarbeitern mit Deutschkenntnissen.

Gegenwärtig studieren etwa 500 norwegische Studenten in Voll- oder Teilzeit in Deutschland. Die Zahl sei nach Angaben der ANSA in den vergangenen zehn Jahren stabil, trotz der Tatsache, dass die Zahl der norwegischen Studenten im Ausland stark gestiegen ist.

Speziell zur Vorbereitung eines Studiums in Deutschland will der Minister nun auch Sprachkurse in Deutsch unterstützen. Darüber hinaus erhalten Deutschklassen in der Sekundarstufe und in der Highschool Unterstützung, die mit deutschen Schulen zusammenarbeiten, so Røe Isaksen.

Bisher wurden beispielsweise Fremdsprachenassistent für den Französisch- oder Spanisch-Unterricht eingesetzt. Nun soll dieses Hilfsmittel auch für den Deutschunterricht genutzt werden. „Mit der deutschen Sprachassistenten geben wir norwegische Studenten die Möglichkeit, die Sprache und Aussprache von einem Muttersprachler zu erlernen. So können sie sich sehr gut mit der deutschen Kultur vertraut machen“, sagt der Minister.

Der Unternehmensverband NHO lobt die neue Maßnahme der Regierung.  „Das ist eine sehr gut Maßnahme“, sagt Are Turmo, Direktor für Kompetenz der NHO. „Heute haben wir viel zu wenig Studenten in Deutschland. Ungefähr 3.500 NHO-Unternehmen sagen, dass sie einen besonderen Bedarf an Mitarbeitern haben, die Deutsch sprechen. Englisch ist also nicht immer genug.“ Turmo spricht sich auch dafür aus, dass Deutsch als zweite Fremdsprache bereits in der Mittelschule gewählt werden kann.

Norwegen hat erstmals 1999 eine Deutschland-Strategie veröffentlicht, die seitdem regelmäßig aktualisiert wird. Die jüngste Deutschland-Strategie stammt aus dem Jahr 2014, unterlegt mit einem konkreten Handlungsplan. Der Förderung der deutschen Sprache kommt in diesen Papieren eine große Bedeutung zu.

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