Norwegens Zentralbank belässt Leitzins bei 4,25 Prozent

Zentralbankgouverneurin Ida Wolden Bache zur Pressekonferenz anlässlich der Zinsentscheidung©Screenshot/Norges Bank

Oslo, 13. August 2026. Der Ausschuss für Geldpolitik und Finanzstabilität der norwegischen Zentralbank Norges Bank beschloss auf seiner Sitzung am 12. August, den Leitzins unverändert bei 4,25 Prozent zu belassen. „Die Inflation hat sich verlangsamt und lag in diesem Sommer unter den Prognosen. Eine geringere Inflation ist zwar erfreulich, aber sie ist immer noch zu hoch, und es ist zu früh, um zu schlussfolgern, dass sich die Inflationsaussichten wesentlich verändert haben. Daher könnte eine Anhebung des Leitzinses noch notwendig werden“, erklärte Gouverneurin Ida Wolden Bache.

Wie Norges Bank mitteilt, liegt die Inflation seit mehreren Jahren über dem Zielwert. Die Kapazitätsauslastung der norwegischen Wirtschaft scheint sich einem normalen Niveau anzunähern, ist aber rückläufig. Auf der geldpolitischen Sitzung im Juni kam der Ausschuss zu dem Schluss, dass eine weitere Anhebung des Leitzinses auf einer der folgenden geldpolitischen Sitzungen wahrscheinlich notwendig sein würde. Seit Juni hat der Ausschuss Folgendes festgestellt:

  • Die Inflation hat sich verlangsamt und lag unter den Prognosen. Im Juli betrug die 12-Monats-Inflation (Verbraucherpreisindex) 3,0 Prozent, die um Steueränderungen bereinigte und energiebereinigte Inflation (Verbraucherpreisindex-ATE) betrug 2,7 Prozent. Der Konflikt im Nahen Osten sorgt weiterhin für Unsicherheit hinsichtlich der Inflationsaussichten. Die Spot- und Terminpreise für Öl haben sich seit Juni kaum verändert, während die Gaspreise leicht gestiegen sind. Die externen Preisimpulse für norwegische Importgüter scheinen sich insgesamt weitgehend wie erwartet entwickelt zu haben. Die Krone hatte sich im Frühsommer abgeschwächt, hat sich seither aber wieder etwas erholt und liegt nun weitgehend im Bereich der im Juni angenommenen Werte.
  • Die Kapazitätsauslastung der Wirtschaft scheint sich weitgehend im Einklang mit den Prognosen entwickelt zu haben. Sowohl die registrierte Arbeitslosigkeit als auch die Arbeitslosenquote (gemessen anhand der Arbeitskräfteerhebung) haben sich in den letzten Monaten kaum verändert. Die Preise auf dem Gebrauchtimmobilienmarkt sind im Juli deutlich gesunken, und die Bautätigkeit bleibt weiterhin gering.

Der Ausschuss ist der Ansicht, dass eine restriktive Geldpolitik weiterhin erforderlich ist, um die Inflation innerhalb eines angemessenen Zeitraums auf das Zielniveau zu senken. Der Ausschuss möchte die Wirtschaft nicht unnötig stark einschränken. Gleichzeitig liegt die Inflation weiterhin deutlich über dem Zielwert, und der rasante Anstieg der Betriebskosten in den letzten Jahren wird dazu beitragen, dass die Inflation auch künftig hoch bleibt. Eine anhaltend hohe Inflation kann dazu führen, dass Haushalte und Unternehmen beginnen, sich auf dauerhaft hohe Inflation einzustellen. Die Inflation könnte sich dann verfestigen und schwerer wieder zu senken sein.

Der künftige Leitzins wird von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen. Die Inflation lag zwar unter den Prognosen, doch lässt sich daraus noch nicht schließen, dass sich die Inflationsaussichten seit Juni wesentlich verändert haben. Neue Prognosen werden auf der geldpolitischen Sitzung im September vorgestellt.

Für diese Sitzung wurden keine neuen Prognosen erstellt. Der geldpolitische Bericht 3/26 wird zusammen mit der Leitzinsentscheidung am 24. September 2026 veröffentlicht.

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