Studie liefert erstmals vollständige Übersicht über kritische und strategische Rohstoffe in Norwegen

Der Anteil Norwegens an der Welt- und Europaproduktion in Prozent für verschiedene kritische Rohstoffe©Prozess21

Oslo, 19. Juni 2026. Das norwegische Beratungsunternehmen Prosess21 und der norwegische Forschungsrat haben erstmals eine vollständige Übersicht über die strategischen und kritischen Rohstoffe in Norwegen und über die Beteiligung der norwegischen Industrie an Wertschöpfungsketten im Rohstoffsektor erstellt. Die Kartierung deckt das gesamte Spektrum ab – von geologischen Lagerstätten und Mineralgewinnung bis hin zu Verarbeitung, Weiterveredelung und Kreislauflösungen. Die Studie bildet die Grundlage für die Priorisierung von Maßnahmen durch die Regierung bis 2030.

„Diese Analyse zeigt uns, wo norwegische Akteure in kritischen Wertschöpfungsketten strategisch wichtig sind und wo sie das Potenzial haben, eine noch wichtigere Rolle zu spielen“, erklärt Handels- und Industrieministerin Cecilie Myrseth.

Ein zentrales Ergebnis der Studie „Kritische und strategische Rohstoffe. Positionen und Potenzial“ sehen die Autoren in der starken Präsenz der norwegischen Prozessindustrie in den kapitalintensivsten, energieintensivsten und technologisch fortschrittlichsten Segmenten und der in der Lieferung von Materialien, die eine geringere CO₂-Bilanz aufweisen als viele Alternativen. Dies gilt unter anderem für Aluminium, Ferrolegierungen, Silizium, Nickel, Kobalt, Zink und Siliziumkarbid.

„Die größten Schwachstellen in den globalen Wertschöpfungsketten für kritische Rohstoffe liegen in der Verarbeitung und Raffination. Genau hier kann Norwegen eine Schlüsselrolle für die Sicherheit Europas und seiner Verbündeten spielen“, sagt Håvard Moe, Leiter der Steuerungsgruppe bei Prosess21 und CTO bei Elkem. Gleichzeitig zeige die Studie, dass Norwegen die Integration der Mineralindustrie, der Verarbeitungsindustrie und der Weiterverarbeitung noch verbessern und dadurch die europäischen Wertschöpfungsketten für erneuerbare Energien, digitale Technologien und die Verteidigungsindustrie stärken kann.

Norwegen verfügt laut der Studie über eine bedeutende geologische Rohstoffbasis und mehrere relativ weit fortgeschrittene Projekte in Bereichen wie Kupfer, Seltene Erden, Graphit und hochreinem Quarz. Zwei Projekte wurden bereits gemäß den EU-Rohstoffvorschriften als strategisch eingestuft. Das Fens-Feld in der Telemark ist Europas größtes nachgewiesenes Vorkommen an Seltenen Erden. Die Realisierung neuer Projekte hänge von Rahmenbedingungen, dem Zugang zu Kapital, der gesellschaftlichen Akzeptanz und der Rentabilität ab, heißt es in der Studie, und zwar zu einer Zeit, in der kritische Rohstoffe zunehmend an geopolitischer Bedeutung gewinnen.

Kennzahlen für kritische Rohstoffe in Norwegen

  • Norwegen hat:
    • 7 geologische Lagerstätten mit besonderer Bedeutung für kritische und strategische Rohstoffe.
    • 5 laufende Mineralgewinnungsprojekte, die bereits Rohstoffe liefern.
    • 17 Unternehmen der Prozessindustrie, die entweder kritische Rohstoffe herstellen, Inputfaktoren in kritischen Wertschöpfungsketten liefern oder Materialien entwickeln, die als Ersatzstoffe dienen.
  • Kritische Rohstoffe im Wert von rund 100 Milliarden Kronen werden jährlich aus Norwegen exportiert, wobei der Großteil davon in die Industrie in Europa geht.
  • Die fünf größten Exportgüter Norwegens im Bereich der kritischen Rohstoffe sind:
    • Aluminium (Hydro, Alcoa)
    • Nickel (Glencore)
    • Zink (Boliden)
    • Silizium (Elkem, Wacker)
    • Ferrosilizium (Elkem, Finnfjord)
  • Aluminium ist mit Abstand der wichtigste Exportartikel unter den kritischen Rohstoffen und macht allein mehr als die Hälfte der Exporte aus.
  • Den größten globalen Marktanteil für norwegische Produzenten hat hochreines Nickel – Glencore Nickel mit neun Prozent mit seinem Werk in Kristiansand.
  • Die norwegische Produktion hat den größten Anteil an der europäischen Produktion in folgenden Bereichen:
    • Ilmenit / Titan (100 Prozent) (Titandioxid)
    • Nephelinsyenit/Feldspat (100%) (Sibelco)
    • Graphit (95 Prozent) (Skaland)
  • Die norwegische Produktion hat den größten Anteil an der weltweiten Produktion in folgenden Bereichen:
    • Nickel (neun Prozent) (Glencore)
    • Ilmenit / Titan (sechs Prozent) (Titandioxid)
    • Kobalt (fünf Prozent) (Glencore)

Finden Sie hier den Bericht.

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