
Oslo, 19. Juni 2026. Mehrere internationale Studien wie PISA und PIRLS belegen einen deutlichen Rückgang der grundlegenden Kompetenzen norwegischer Schüler. Jeder vierte norwegische Schüler liegt unter dem OECD-Mindestniveau zur Qualifikation für weiterführende Bildung und Beruf. Gleichzeitig nimmt nach Angaben der Regierung der Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz (KI) in Grund- und weiterführenden Schulen zu. Deshalb ergreift die Regierung jetzt Maßnahmen, um Schüler der Klassen 1 bis 7 ab dem neuen Schuljahr vor dem Einsatz Künstlicher Intelligenz im Schulunterricht zu schützen. Noch vor Schulbeginn sollen neue nationale Empfehlungen veröffentlicht werden. Wie Premierminister Jonas Gahr Støre auf einer Pressekonferenz am 19. Juni mitteilte, will die Regierung das norwegische Schulwesen insgesamt reformieren.
„Das Wichtigste in der Schule ist, dass unsere Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Die Regierung setzt große Hoffnungen in die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz, doch gleichzeitig zeigen Studien, dass der unkritische Einsatz generativer KI in Schulen das Risiko erhöht, wichtige Lernschritte zu überspringen“, erklärt Premierminister Jonas Gahr Støre.
Der Minister für Bildung und Wissenschaft beauftragt die Bildungsdirektion, altersgerechte nationale Empfehlungen zum Einsatz künstlicher Intelligenz in der Primarbildung zu erarbeiten, die vom Schulbeginn bis zum Herbst Anwendung finden sollen:
- In den Klassen 1–7 erhalten Schüler im Allgemeinen keinen Zugang zu Künstlicher Intelligenz.
- In den Klassen 8–10 kann KI schrittweise und vorsichtig eingesetzt werden, vorausgesetzt, die Lehrer haben zuvor ausreichende Kompetenzen erworben, bevor die Schüler geschult werden und Zugang erhalten.
- In der Sekundarstufe II sollten die Schüler lernen, KI angemessen zu nutzen, damit sie auf die weitere Ausbildung und das Berufsleben vorbereitet sind.
Die norwegische Bildungsdirektion wird die Änderungen der Empfehlungen und der Kompetenzvorgaben für Lehrkräfte fortlaufend bewerten. Ein wichtiger Teil der Aufgabe der Bildungsdirektion besteht darin, zu beschreiben, welche Kompetenzen Lehrkräfte benötigen, um KI im Unterricht angemessen einzusetzen, teilt das Bildungsministerium mit.
Neben der Regulierung des Zugangs zu KI in den Schulen plant die Regierung auch ein Gesetz zur Bereitstellung physischer Bücher. Der Mathematik-Lehrplan wurde bereits geändert – neue Lehrpläne für weitere Fächer sind in Planung.
