
Peking/Oslo, 11. Januar 2026. Das norwegische Architekturbüro Snøhetta hat in Zusammenarbeit mit dem Beijing Institute of Architectural Design (BIAD) den Wettbewerb um das Pekinger Kunstmuseum im Bezirk Tongzhou gewonnen. Dieses Projekt ist nach der international gefeierten Pekinger Bibliothek, die 2023 eröffnet wurde, Snøhettas zweites großes Kulturprojekt in der chinesischen Hauptstadt. Der Spatenstich für das Kunstmuseum Peking erfolgte am 31. Dezember 2025, die Eröffnung ist für 2029 geplant.
Auf über 110.000 Quadratmetern präsentiert das neue Kunstmuseum ein vielfältiges Spektrum an Kunstformen – von bildender Kunst und immateriellem Kulturerbe bis hin zu Modedesign und zeitgenössischer Kunst. Durch die Verbindung historischer Traditionen mit moderner Kreativität soll das Kunstmuseum zu einem neuen Leuchtturm der pulsierenden Pekinger Kunst- und Kulturszene sowie zu einem Treffpunkt für die lokale Bevölkerung und zu einem Motor für die neue Stadtentwicklung in der Region werden, heißt es in der Pressemitteilung von Snøhetta.

Der Entwurf greift das Konzept der „Vision“ auf und manifestiert damit den doppelten Anspruch des Museums: Sammeln und Versammeln sowie Ausstellen und Enthüllen. Es versteht sich nicht nur als Bewahrer und Kenner von Kultur und Wissen, sondern als Katalysator, der den Akt des Betrachtens zu einem ästhetischen Erlebnis erhebt – und Beobachtung in Kunst verwandelt.
Das Museum dient gleichzeitig als Verkehrsknotenpunkt und verbindet Besucher mit der Kunstwelt. Seine skulpturale Bauweise strahlt von einem zentralen Kern nach außen, während linsenartige, gewellte Fassaden die Grenzen zwischen Gebäude und Landschaft auflösen und so einen dynamischen öffentlichen Raum schaffen, der die lokale Bevölkerung einbezieht.

Im Herzen des Museums befindet sich ein kaleidoskopartiges Atrium, das wie eine Anziehungskraft wirkt und verschiedene Programmelemente nach innen zieht. Dieser kreisförmige Raum bietet auf mehreren Ebenen halboffene Bereiche für Ausstellungen und Begegnungen und schafft so vertikale Verbindungen und räumliche Kontinuität im gesamten Gebäude. Galerien, Lagerräume und Funktionsbereiche winden sich spiralförmig um das Atrium und erstrecken sich in blütenblattartige Volumen, die Panoramablicke auf die Umgebung ermöglichen und das Gefühl des Hinausschauens mit dem Gefühl des Gesehenwerdens verbinden.
Das Kunstmuseum Peking integriert Nachhaltigkeit in seinen Kern. Es verfügt über Photovoltaikanlagen auf dem Dach und eine widerstandsfähige Landschaftsgestaltung, die Wassermanagementstrategien nach dem Prinzip der Schwammstadt einbezieht – und so ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Architektur und Ökologie schafft.
