Bau einer Lärmschutzwand in Norwegen aus weltweit erstem Beton mit CO2-Abscheidung

Mit dem Beton evoZero-Zement werden rund 750 Kubikmeter gegossen.©Terje Nystrøm / Nationale Straßenverwaltung

Oslo, 22. Dezember 2025. Erstmals wurde in einem Straßenbauprojekt der norwegischen Straßenverwaltung Statens vegvesen Beton eingesetzt, in dessen Herstellungsprozess CO2 abgeschieden wurde. Der evoZero-Zement wurde im Werk von Heidelberg Materials in Brevik bei Porsgrunn hergestellt und kommt beim Bau einer neuen Lärmschutzwand an der E18 bei Ramstadsletta zum Einsatz. Wie Statens vegwesen mitteilt, ist es der weltweit erste seiner Art. Das Bauunternehmen Skanska verwendet zusammen mit dem Lieferanten Skedsmo betong Beton auf Basis dieses Zements und führt die Betonierarbeiten durch.

„Wir haben nun das Fundament für die neue Lärmschutzwand gegossen. Der Beton ist genau derselbe wie anderer verwendeter Beton, jedoch mit deutlich geringeren Emissionen bei der Herstellung“, sagt Terje Nystrøm, technischer Bauleiter bei der norwegischen Straßenverwaltung.

Mit diesem Beton werden nun rund 750 Kubikmeter gegossen. Dadurch ergibt sich eine geschätzte Einsparung von 138,9 Tonnen CO₂-Äquivalenten, was einer Emissionsreduktion entspricht, die dem Verbrauch von rund 50.000 Litern Dieselkraftstoff gleichkommt.

Das Kohlendioxid wird direkt bei der Zementherstellung abgeschieden, bevor es transportiert und in unterirdischen Speichern gelagert wird. Dadurch entsteht Beton mit einer deutlich geringeren Klimabilanz als herkömmlicher Beton, ohne dass Kompromisse bei Qualität oder Festigkeit eingegangen werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Zement ist einer der größten Verursacher von CO₂-Emissionen im Straßenbau und trägt zu etwa sieben Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen bei. Das Brennen von Kalk bei der Zementherstellung ist sehr energieintensiv. Um die Emissionen von Bauprojekten zu senken, ist es daher entscheidend, Alternativen oder Methoden zur Emissionsreduzierung bei der Betonproduktion zu finden.

Im westlichen Korridor der E18 wurden bereits Pilotprojekte mit Beton gestartet, bei denen Teile des Kalkzements durch fein gemahlenen Hüttensand (SiGS-Beton) ersetzt werden. Diese Bauweise wird sowohl im Høvik-Tunnel als auch an der Lärmschutzwand nördlich der E18 getestet.

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