Norwegen einigt sich sowohl mit EU als auch mit Großbritannien und Russland auf Fischereiabkommen für 2026

Oslo, 18. Dezember 2025. Norwegen und die EU haben sich auf bilaterale Fischereiabkommen für das Jahr 2026 für die Nordsee und das Skagerrak sowie auf ein Nachbarschaftsabkommen über die Fischerei schwedischer Schiffe in der norwegischen Zone geeinigt. Darin wird der Quotenaustausch und der gegenseitige Zugang zu Fischgründen in den jeweiligen Fangzonen geregelt. Auch mit Russland hat Norwegen ein Fischereiabkommen für das Jahr 2026 unterzeichnet. Das Abkommen sei von entscheidender Bedeutung für eine solide und nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände in der Barentssee, teilt das Fischereiministerium mit.

Die Fischereiabkommen mit der EU haben eine lange Tradition. Mit dem Brexit gab es einige Veränderungen. Quoten und Bewirtschaftung in der Nordsee werden nun zwischen drei Parteien, darunter Großbritannien, ausgehandelt, während Norwegen und die EU weiterhin bilaterale Abkommen über den Quotenaustausch und die Bewirtschaftung im Skagerrak haben.

Durch die bestehenden Quotentauschvereinbarungen können norwegische Fischer auf den von Norwegen gegen Grönland getauschten Quoten fischen, darunter Garnelen, Grönlandheilbutt und Rotbarsch, und in der EU-Zone beispielsweise Blauen Wittling.

Die EU wiederum handelte mit einer Kabeljauquote in der Barentssee von 9.196 Tonnen.

Die Zusammenarbeit mit der EU im Fischereisektor basiert auf einem Rahmenabkommen von 1980 und den sogenannten Fischereichartern von 1992. Durch diese Abkommen hat sich Norwegen international verpflichtet, der EU 4,14 Prozent der Berechnungsgrundlage für Kabeljau in der Nordostarktis (Gesamtquote abzüglich Forschungsquoten) anzubieten. Diese Quote wird durch entsprechende Fangmöglichkeiten für norwegische Schiffe in EU-Gewässern und durch Quoten, die die EU in Grönland erhalten hat, kompensiert.

Zum Abkommen mit Russland erklärte Norwegens Fischereiministerin Marianne Sivertsen Næss:„Die Vereinbarung ist besonders wichtig in einer Zeit, in der wir über mehrere Jahre hinweg eine deutliche Reduzierung der Kabeljauquote hinnehmen mussten. Wir haben nun eine Kabeljauquote für 2026 auf einem Niveau festgelegt, das zur Erholung des Bestands beiträgt.“

Die Kabeljauquote für 2026 ist die niedrigste seit 1991. Nach mehreren Jahren erheblicher Quotenkürzungen scheint nun jedoch die Grundlage für eine Bestandserholung geschaffen worden zu sein, die künftig zu etwas höheren Quoten führen wird. Das Quotenniveau für 2026 wird den Fischereidruck von 2025 auf 2026 deutlich verringern.

Die Schellfischquote stellt eine deutliche Steigerung gegenüber dem diesjährigen Niveau dar.

Die Quotenempfehlungen für 2026 für die gemeinsam mit Russland bewirtschafteten Fischbestände wurden dieses Jahr ebenfalls von einer bilateralen Arbeitsgruppe des Instituts für Meeresforschung und des russischen Forschungsinstituts VNIRO erarbeitet. Die Arbeitsgruppe folgte dabei international anerkannten Methoden und Rahmenbedingungen für die Bestandsbewertung und -beratung.

Die Parteien vereinbaren ein gemeinsames norwegisch-russisches Forschungsprogramm für das Jahr 2026 und die Fortsetzung gemeinsamer technischer Regulierungsmaßnahmen für die Fischereipraxis.

Das Abkommen mit Großbritannien sichert den gegenseitigen Zugang zu den Fanggebieten für Bodenfische in den jeweiligen 30.000-Tonnen-Zonen der Nordsee. Einzelheiten hierzu werden in der norwegischen Verordnung festgelegt. Diese Regelung ist für beide Seiten eine tragfähige Lösung, heißt es in einer Pressemitteilung des Fischereiministeriums.

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