Norwegen Teil des Freihandelsabkommens mit Mercosur

Handels- und Industrieministerin Cecilie Myrseth und Patricia Frutos, Stellvertretende Ministerin für Wirtschaftsbeziehungen und Integration von Paraguay, bei der Unterzeichnung des Handelsabkommens mit den Mercosur-Ländern.©David Tvetene/NFD

Oslo, 16. September 2025. Norwegen und die anderen EFTA-Länder haben sich auf ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Ländern Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay geeinigt. Fast alle norwegischen Exporte von Industriegütern und Meeresfrüchten in die Mercosur-Länder werden mit Inkrafttreten des Abkommens zollfrei sein. Für andere Produkte werden die Zölle schrittweise abgebaut.

Das Abkommen sieht außerdem bessere Rahmenbedingungen für norwegische Dienstleister und Investoren sowie eine Gleichbehandlung in zahlreichen Sektoren vor.

Dies ist das fünfte Handelsabkommen, das die EFTA-Länder in jüngster Zeit unterzeichnet haben. Seit Mai 2024 hat Norwegen Abkommen mit Thailand, dem Kosovo, der Ukraine und Malaysia geschlossen.

„Dieses Abkommen ist für viele norwegische Unternehmen von großer Bedeutung. Die Mercosur-Länder umfassen fast 300 Millionen Menschen, zu denen norwegische Unternehmen nun besseren Zugang erhalten. Dies kann zu mehr Handel und Investitionen in beide Richtungen beitragen“, sagt Handels- und Industrieministerin Cecilie Myrseth.

Hier einige Beispiele, welche Vergünstigungen norwegische Unternehmen bei Exporten in die Mercosur-Staaten haben:

  • Yara exportiert Mineraldünger von Herøya in der Telemark und Glomfjord in Nordland nach Brasilien, Argentinien und Uruguay. In Norwegen beschäftigt das Unternehmen rund 1.600 Menschen. Derzeit muss das Unternehmen bis zu sechs Prozent Zoll zahlen. Mit dem neuen Handelsabkommen wird der Zoll schrittweise auf Null Prozent gesenkt.
  • Kongsberg Maritime exportiert Schiffsausrüstung aus Kongsberg in Buskerud. Das Unternehmen beschäftigt in Norwegen rund 3.000 Mitarbeiter. Für Schiffsausrüstung fallen in den Mercosur-Staaten Zölle zwischen 10 und 20 Prozent an. Mit dem neuen Handelsabkommen werden diese Zölle schrittweise auf null Prozent gesenkt.
  • Brødrene Remø zahlt derzeit neun Prozent Zoll auf Räucherlachsexporte aus Sunnmøre nach Brasilien. Das neue Handelsabkommen sieht eine schrittweise Abschaffung des Zolls auf Räucherlachs vor, wodurch Brødrene Remø langfristig gegenüber chilenischen Produzenten wettbewerbsfähig bleibt. Mit wenigen Ausnahmen wird durch das Abkommen für alle Meeresfrüchte entweder bei Inkrafttreten oder nach einer Auslaufphase kein Zoll mehr erhoben. Der Zoll auf frische, ganze und gefrorene Lachsfilets wird mit Inkrafttreten des Abkommens abgeschafft.
  • Norwegische Reedereien decken rund 40 Prozent der in Brasilien verkehrenden Tonnage ab. Das neue Handelsabkommen verpflichtet die brasilianischen Behörden, norwegische und brasilianische Schiffe im internationalen Güterverkehr gleich zu behandeln. Darüber hinaus wird die kostspielige Leuchtturmgebühr für NIS-registrierte Schiffe nach zwei Jahren abgeschafft.  

Für die norwegische Schifffahrt wird das Freihandelsabkommen eine wichtige Rolle spielen. Es ermöglicht Marktzugang und Gleichbehandlung für eine breite Palette maritimer Dienstleistungen. Zudem bedeutet das Abkommen, dass die Mercosur-Länder bestimmte Handelshemmnisse einseitig beseitigen.

Sobald das Abkommen ins Norwegische übersetzt ist, wird es dem Storting zur Ratifizierung vorgelegt. Das Abkommen tritt frühestens im Herbst 2026 in Kraft. Voraussetzung für das Inkrafttreten ist die Ratifizierung durch mindestens ein EFTA-Land und mindestens ein Mercosur-Land. Für die ratifizierten Parteien tritt das Abkommen dann in Kraft.

Finden Sie hier mehr Informationen zum Freihandelsabkommen mit Mercorsur.

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