Norges Bank belässt Leitzins unverändert bei 4,25 Prozent

Präsentation von Gouverneurin Ida Wolden Bache im Zusammenhang mit der Leitzinsentscheidung im August 2025©Screenshot/Norges Bank

Arendal, 14. August 2025. Norwegen belässt den Leitzins unverändert bei 4,25 Prozent. Das hat der Ausschuss für Geldpolitik und Finanzstabilität der norwegischen Zentralbank Norges Bank auf seiner Sitzung am 13. August beschlossen. Die Konjunkturaussichten seien ungewiss, aber wenn sich die Wirtschaft im Großen und Ganzen wie derzeit erwartet entwickelt, soll der Leitzins im Laufe des Jahres 2025 weiter gesenkt werden, teilt Norges Bank mit. Im Juni hatte Norges Bank den Leitzins, der seit Dezember 2023 bei 4,5 Prozent lag, erstmals auf 4,25 Prozent gesenkt und eine weitere Reduzierung in diesem Jahr angekündigt.

„Die Bekämpfung der Inflation ist noch nicht abgeschlossen. Eine restriktive Geldpolitik ist weiterhin erforderlich. Gleichzeitig wollen wir die Wirtschaft nicht stärker als nötig einschränken. Im Juni haben wir mit einer vorsichtigen Lockerung der Geldpolitik begonnen, und es dürfte angebracht sein, die vorsichtige Normalisierung des Leitzinses auch in Zukunft fortzusetzen“, sagt Gouverneurin Ida Wolden Bache. „Unsere im Juni vorgelegte Leitzinsprognose deutet auf ein oder zwei weitere Zinssenkungen im Jahresverlauf hin. Wir haben zwar noch keine neuen Prognosen erstellt, aber die uns bisher vorliegenden Informationen deuten darauf hin, dass die Aussichten für die norwegische Wirtschaft weitgehend mit denen vom Juni übereinstimmen.“

Der hohe Zinssatz habe zur Abkühlung der norwegischen Wirtschaft und zur Dämpfung der Inflation beigetragen. Die Inflation sei in den letzten Jahren gesunken, liege aber immer noch über dem Zielwert. Gleichzeitig sei die Arbeitslosigkeit von einem niedrigen Niveau aus leicht gestiegen. Die Produktionslücke habe sich verringert, und die Produktion liege nun nahe ihrem Potenzial, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Ausschuss sei der Auffassung, dass eine restriktive Geldpolitik weiterhin erforderlich ist, betrachtet es aber als wahrscheinlich, den Leitzins künftig vorsichtig weiter zu senken. Werde der Leitzins zu schnell gesenkt, könnte die Inflation zu lange über dem Zielwert bleiben. Andererseits könnte ein zu restriktiver geldpolitischer Kurs die Wirtschaft stärker bremsen als nötig, um die Inflation auf das Zielniveau zu senken. Norges Bank geht nach wie vor davon aus, dass der Leitzins bis Ende 2025 unter vier Prozent sinkt. Seit der letzten geldpolitischen Sitzung seien die Ölpreise gefallen, während die Krone etwas schwächer wurde als angenommen. Der Gesamtausblick für die norwegische Wirtschaft sei weitgehend unverändert geblieben.

Die Unsicherheit über die Aussichten sei größer als üblich, und die zukünftige Entwicklung des Leitzinses hänge von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Änderungen in der Handelspolitik führten zu Unsicherheiten hinsichtlich der Inflations- und Wachstumsaussichten in Norwegen und weltweit. Sollten die Prognosen darauf hindeuten, dass die Lohn- und Preisinflation länger als prognostiziert erhöht bleibt, könnte ein höherer Leitzins als im Juni vorgesehen erforderlich sein. Sollten die Prognosen darauf hindeuten, dass die Preisinflation schneller als prognostiziert zum Zielwert zurückkehrt oder die Arbeitslosigkeit stärker als prognostiziert steigt, könnte der Leitzins schneller gesenkt werden.

Vor der nächsten geldpolitischen Sitzung des Ausschusses im September werden neue Prognosen vorgelegt.

Der Geldpolitische Bericht 3/25 wird zusammen mit der geldpolitischen Entscheidung am 18. September 2025 veröffentlicht.

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