
Oslo, 20. Mai 2025. Über 30 Prozent der Kreisstraßen sind in Norwegen in einem schlechten Zustand. Das entspricht knapp 14.000 Straßenkilometern. Von den über 44.000 Kilometern Straßen, für die die Landkreise verantwortlich sind, weisen 30,9 Prozent des Straßennetzes eine schlechte oder sehr schlechte Oberfläche auf. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Provinzen: In Buskerud, Telemark, Nordland und Troms liegt der Anteil der Straßen mit schlechter Oberfläche bei über 40 Prozent. „Die Straßen verrotten und wir befürchten, dass sich der Verfall noch weiter verschlimmern wird“, sagt Ingunn Handagard, Pressemanagerin des Nationalen Automobilforums NAF.
Straßen mit Schlaglöchern, Schäden und Rissen seien im ganzen Land ein alltäglicher Anblick. Diese Zahlen seien eine deutliche Warnung, dass die Politiker im Laufe der Zeit nicht genügend Geld für Kreisstraßen bereitgestellt haben, so Handagard weiter.
Die Übersicht über Straßen mit schlechter Oberfläche stammt aus der kommunalen Gesetzesvorlage 2026. Insgesamt werde es nach Berechnungen des NAF mehr als 100 Milliarden NOK kosten, den Verfall auf den Kreisstraßen zu beseitigen.
„Die Politik muss das ernst nehmen. Schlechte Straßen führen zu Unfällen, häufigen Straßensperrungen und dazu, dass die Menschen jeden Tag mit Herzrasen unterwegs sind. Um sichere Straßen zu gewährleisten, muss deutlich mehr Geld ausgegeben werden als heute“, sagt Handagard. Eine halbe Milliarde fehlt
Handagard weist darauf hin, dass der Regierungshaushalt für 2025 die Erwartungen des Nationalen Verkehrsplans (NTP) nicht erfüllt habe. Darin wurde eine Milliarde NOK mehr versprochen als zuvor. Doch der Topf für Kreisstraßen wurde in diesem Jahr nur um 481 Millionen NOK erhöht.
„Nun hat die Regierung die Chance verpasst, dies im überarbeiteten Haushalt, der letzte Woche vorgelegt wurde, zu korrigieren. Im Vergleich zu den Zusagen fehlt eine halbe Milliarde NOK. Wir erwarten, dass die Verhandlungen im Storting über den überarbeiteten Staatshaushalt zu Ergebnissen führen und der Topf aufgestockt wird“, sagt Handagard.
Das NAF ist der Ansicht, dass die im Nationalen Transportplan erwarteten Ausgaben nicht ausreichen, um die Zahlungsrückstände abzubauen. „Es wird künftig jedes Jahr deutlich mehr Geld benötigt. Der Staat müsse Geld auf den Tisch legen, und dann müssen die Bezirke ihre Verantwortung kennen und sicherstellen, dass das Geld dort ausgegeben werde, wo es am dringendsten benötigt werde, sagt Handagard.
