Bericht zum Pariser Abkommen: Norwegen wird Klimaziel erreichen

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Oslo, 5. Februar 2025. Norwegen hat im Dezember 2024 seinen Bericht über den Stand der Reduzierung der Treibhausemissionen mit dem Titel Biennial Transparency Report (BTR) an die Vereinten Nationen übergeben. Am 4. Februar stellte Klima- und Umweltminister Andreas Bjelland Eriksen den Bericht in Oslo vor. Der Bericht beschreibt unter anderem, wie Norwegen sein Ziel verfolgt, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Emissionsniveau von 1990 zu senken. Alle Vertragsparteien des Pariser Abkommens sind verpflichtet, alle zwei Jahre ähnliche Berichte vorzulegen. Die erste Vorlage war im Jahr 2024 fällig.

„Norwegen wird das Klimaziel erreichen, das wir im Rahmen des Pariser Abkommens angekündigt haben. Transparenz und Informationsaustausch sind für das Verständnis und das Vertrauen zwischen den Ländern, die dem Abkommen beigetreten sind, von entscheidender Bedeutung. Diese Berichterstattung ist ein Meilenstein in der internationalen Klimazusammenarbeit“, erklärte Bjelland Eriksen bei der Vorstellung des Berichtes.

Gesamtemissionen von Treibhausgasen nach Quellen und Entfernung aus LULUCF ( in Norwegen, 1990–2022 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente). Der Begriff „Land Use, Land Use-Change and Forestry“ (LULUCF) umfasst verschiedene Formen der Landnutzung und des Managements von Ökosystemen, einschließlich der Waldwirtschaft (nicht inkludiert ist die Landwirtschaft, die als separater Sektor gezählt wird. Die LULUCF-Vorschriften betreffen den CO2-Fußabdruck von Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Umwandlung, Nutzung und Bewirtschaftung von Landflächen und Wäldern sowohl zugunsten der Menschen als auch der Umwelt. Diese Tätigkeiten können auf Grünland und landwirtschaftlichen Flächen sowie in Wäldern stattfinden. Sofern nicht anders angegeben, umfassen die Gesamtemissionszahlen indirekte CO2-Emissionen, nicht jedoch Emissionen und Abbau durch Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF).©Statistics Norway/Norwegian Environment Agency/Norwegian Institute of Bioeconomy Research

Im Jahr 2022 betrugen die gesamten Treibhausgasemissionen (THG) in Norwegen 48,9 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalente, was einem Rückgang von 0,4 Millionen Tonnen gegenüber 2021 entspricht.
Ihren Höhepunkt erreichten die Emissionen mit 56,4 Millionen Tonnen im Jahr 2007. Seitdem gingen sie um 13 Prozent zurück und lagen im Jahr 2022 um 2,4 Millionen Tonnen oder 4,6 Prozent unter dem Wert von 1990. Die Netto-Treibhausgasemissionen, einschließlich aller Quellen und Senken, beliefen sich im Jahr 2022 auf 35,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Wie es in dem Bericht heißt, ist der Energiesektor mit Abstand die wichtigste Quelle von Treibhausgasemissionen in Norwegen und verursachte 2022 68 Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen. Die Hauptemissionsquellen im Energiesektor sind die Energieindustrie und der Verkehr. Die Treibhausgasemissionen des Energiesektors stiegen von 1990 bis 2022 um 18 Prozent. Dies war in erster Linie auf die verstärkte Aktivität bei der Öl- und Gasförderung und beim Transport, insbesondere beim Straßenverkehr, zurückzuführen. Seit 2015 sind die Emissionen um 13 Prozent gesunken. Von 2021 bis 2022 sanken die Emissionen um 0,8 Prozent.
Die norwegische Stromerzeugung wird von Wasserkraft dominiert. Somit stammen die Emissionen aus der Kategorie Energieindustrie fast vollständig aus der der Öl- und Gasförderung und damit verbundenen Aktivitäten.

Die Treibhausgasemissionen aus dem Straßenverkehr stiegen von 1990 bis 2022 um 17 Prozent, hauptsächlich aufgrund der Zunahme der Gütertransporte als Reaktion auf Bevölkerungswachstum und höhere Wirtschaftstätigkeit. Die Emissionen aus dem Straßenverkehr stiegen von 1990 bis 2007 erheblich an. Danach blieben sie bis 2015 relativ stabil und sind seitdem von 2015 bis 2022 um 15 Prozent gesunken. Im Jahr 2022 verursachten sie 18 Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen. Der Abwärtstrend seit 2015 ist in erster Linie auf den gestiegenen Absatz von Elektrofahrzeugen aufgrund wirtschaftlicher Anreize und einer Beimischungspflicht von Biokraftstoffen zurückzuführen, die zu einem erhöhten Verbrauch von Biodiesel und Bioethanol und damit zu geringeren CO2-Emissionen geführt hat.

Der Sektor Industrielle Prozesse und sonstige Produktverwendung (IPPU) war im Jahr 2022 für 19 Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Emissionen aus diesem Sektor gingen von 1990 bis 2022 um 37 Prozent zurück. Der Abwärtstrend bei den Treibhausgasemissionen lässt sich durch die Umsetzung von Richtlinien und Maßnahmen in der Metallindustrie erklären, die zu weniger emissionsintensiven Produktionsmethoden führten. Später, in den 2000er Jahren, war der Rückgang größtenteils auf Schließungen und Produktionskürzungen zurückzuführen, auch dies hauptsächlich in der Metallindustrie.
Im Jahr 2022 stammten 9,5 Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft. Die Emissionen aus der Landwirtschaft sind seit 1990 um 6,8 Prozent zurückgegangen. Der Haupttreiber hinter dem Emissionstrend in der Landwirtschaft ist die Entwicklung der Tierzahlen in den dominierenden Tiergruppen. Wichtige Gründe für den abnehmenden Trend bei den Treibhausgasemissionen sind der Einsatz von mehr Kraftfutter und eine effektivere Milchproduktion, die zu einer Verringerung der Zahl der Milchkühe geführt haben. Bei Rindern ist die Zahl der Tiere seit 1990 hingegen gestiegen.

Der Abfallsektor mit Emissionen von 1,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr 2022 machte 2,9 Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen aus. Dieser Sektor umfasst Emissionen aus Deponien, Abwasserbehandlung, biologischer Behandlung von festem Abfall und Müllverbrennung im kleinen Maßstab. Die Müllverbrennung mit Energienutzung ist im Energiesektor enthalten. Die Entsorgung von festem Abfall auf Deponien ist die Hauptquelle im Abfallsektor. Sie machte 2022 61 Prozent der Gesamtemissionen des Sektors aus. 19 Prozent entfielen auf die Abwasserbehandlung, 15 Prozent auf die Müllverbrennung und 4,6 Prozent auf die biologische Behandlung von festem Abfall. Der Abwärtstrend bei den Treibhausgasemissionen des Abfallsektors ist auf die Verringerung der auf Deponien entsorgten Abfallmengen zurückzuführen.

Der LULUCF-Sektor (Treibhausgasemissionen aus der Landnutzung) umfasst sowohl die Emissionen von Treibhausgasen in die Atmosphäre als auch die Entfernung von atmosphärischem CO2. Der Saldo aus beiden ergibt die Nettoemissionen bzw. -entfernung im LULUCF-Sektor. Die Veränderungen des Kohlenstoffgehalts hängen von mehreren Faktoren ab, wie etwa den Wachstumsbedingungen, Erntemengen, Bewirtschaftungspraktiken und Landnutzungsänderungen (Flächenverteilung). Im Jahr 2022 betrug der Nettoabbau im LULUCF-Sektor 13,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, was etwa 28 Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen (aus allen anderen Sektoren außer LULUCF) in diesem Jahr entspricht. Waldflächen, Grünland und geerntete Holzprodukte verzeichneten im Jahr 2022 einen Nettoabbau, während die Emissionen aus Ackerland, Siedlungen und Feuchtgebieten stammten (etwa 4,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente). Waldflächen trugen mit einem Gesamtnettoabbau von 17,9
Millionen Tonnen CO2 am meisten zur Nettobindung von CO2 in diesem Sektor bei.

Im 2015 unterzeichneten Pariser Abkommen haben sich die Staaten der Welt darauf verständigt, den Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen – möglichst auf 1,5 Grad. Die Länder verpflichteten sich, alle fünf Jahre ein Klimabericht vorzulegen, in dem sie darlegen, wie sie dazu beitragen werden, dass die Welt die Ziele des Pariser Abkommens erreicht. Ziel der Berichterstattung ist es, Vertrauen zwischen den Vertragsparteien des Pariser Abkommens aufzubauen und über die Fortschritte der einzelnen Länder bei der Erfüllung ihrer Klimaziele zu informieren.

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