Schlechte Marktlage: Nel ASA stellt Produktion von Elektrolyseuren in Herøya vorübergehend ein

Die zweite Produktionslinie von Nel ASA im norwegischen Herøya-Werk. Damit verfügen das Unternehmen in Norwegen über eine jährliche Produktionskapazität von 1 GW.©Nel ASA

Oslo, 3. Januar 2025. Der Wasserstoffspezialist Nel ASA und seine Tochtergesellschaften werden die Belegschaft reduzieren und die Produktion in der Alkaline-Produktionsanlage im Industriepark Herøya vorübergehend einstellen. Der Markt für erneuerbare Wasserstoffproduktionstechnologie habe sich für die Branche im Allgemeinen, einschließlich Nel, langsamer entwickelt als erwartet, teilt das Unternehmen mit. Der Auftragseingang in den Jahren 2023 und 2024 bliebe hinter den Erwartungen zurück, und mehrere Kundenprojekte hätten sich erheblich verzögert oder laufen Gefahr, storniert zu werden. Deshalb habe Nel den Prozess zur Anpassung der Kapazität an die Marktnachfrage eingeleitet.

Darüber hinaus bemüht sich Nel nun darum, die Kontrolle über gelieferte Geräte als Ausgleich für mehr als ein Jahr überfällige Forderungen (von einem nicht genannten Kunden) zu behalten. Infolgedessen habe Nel in naher Zukunft nur einen begrenzten Bedarf an der Herstellung neuer alkalischer Elektrolyseurgeräte.

„Obwohl die langfristigen Aussichten für sauberen Wasserstoff weiterhin gut sind, müssen wir heute aufgrund des geringeren Auftragseingangs im Jahr 2024 als erwartet einige schwierige Entscheidungen treffen“, sagt Håkon Volldal, Präsident und CEO von Nel. „Dies ist eine unglückliche Situation, und es tut mir leid, dass wir jetzt viele qualifizierte Mitarbeiter entlassen müssen.“

Die Einstellung der Produktion in Herøya werde sich vor allem auf die norwegische Belegschaft im Geschäftsbereich Alkaline auswirken. Die geplanten Kürzungen werden etwa 20 Prozent der Vollzeitbeschäftigten betreffen, die zum Ende des dritten Quartals 2024 gemeldet wurden. Ungefähr die Hälfte der Kürzungen erfolgten bereits im vierten Quartal 2024 durch freiwillige Kündigungen und die Entlassung von Beratern.

Das Unternehmen sei weiterhin gut finanziert, erklärt Kjell Christian Bjørnsen, CFO von Nel. Mit den jetzt eingeleiteten Maßnahmen würde Nel Barmittel erhalten und gleichzeitig weiterhin aggressiv Verkaufschancen verfolgen und in die Technologieentwicklung investieren können.

Nel sieht weiterhin eine starke Pipeline an sauberen Wasserstoffprojekten und arbeitet aktiv an mehreren konkreten Angeboten, darunter Projekte, für die Nel derzeit bezahlte Front-End-Engineering-Design-Studien (FEED) durchführt. Nel sieht auch gute kurzfristige Möglichkeiten, containerisierte PEM-Systeme zu verkaufen. Das Unternehmen wird auch weiterhin seine aktuellen und nächsten Technologieplattformen weiterentwickeln.

Nach Bekanntgabe der Entlassungen und des vorübergehenden Produktionsstopp stürzte Nel ASA an der Börse ab, erholte sich dann aber wieder.

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