Oslo, 19. Dezember 2024. Der Ausschuss für Geldpolitik und Finanzstabilität der Norges Bank beschloss auf seiner Sitzung am 18. Dezember, den Leitzins unverändert bei 4,5 Prozent zu belassen. Nach der aktuellen Einschätzung des Ausschusses wird der Leitzins höchstwahrscheinlich im März 2025 gesenkt. Es ist die achte Sitzung in Folge, in der die Zentralbank den Leitzins unverändert lässt.
In den letzten Jahren sei der Leitzins deutlich angehoben, um der hohen Inflation entgegenzuwirken. Seit Dezember 2023 liegt der Leitzins bei 4,5 Prozent. Der Zinssatz habe zur Abkühlung der norwegischen Wirtschaft und zur Dämpfung der Inflation beigetragen. Die Arbeitslosigkeit sei von einem niedrigen Niveau aus leicht angestiegen. Die Inflation sei von ihrem Höchststand aus deutlich zurückgegangen, aber der schnelle Anstieg der Unternehmenskosten dürfte eine weitere Desinflation bremsen, teilt Norges Bank mit.
„Das Komitee ist der Ansicht, dass eine restriktive Geldpolitik weiterhin erforderlich ist, um die Inflation in der Nähe des Zielwerts zu stabilisieren, dass aber der Zeitpunkt für eine Lockerung der Geldpolitik bald gekommen ist“, sagt Gouverneurin Ida Wolden Bache.
Der Ausschuss habe festgestellt, dass sich die Aktivität in der norwegischen Wirtschaft offenbar besser halte als zuvor prognostiziert. Andererseits habe sich die Inflation dem Zielwert angenähert, und der Inflationsdruck scheine etwas geringer zu sein als zuvor angenommen. Der Ausschuss möchte die Wirtschaftsaktivität nicht stärker einschränken als nötig, um die Inflation innerhalb eines angemessenen Zeithorizonts auf das Zielniveau zu bringen.
Die Prognose in diesem Bericht geht von einer schrittweisen Senkung des Leitzinses ab dem 1. Quartal 2025 aus. Sie habe sich gegenüber der September-Prognose kaum verändert, deute aber auf eine etwas geringere Zinssenkung in den kommenden Jahren hin. Die Arbeitslosigkeit werde wahrscheinlich etwas ansteigen, wenn auch etwas weniger als im September prognostiziert. Die Inflation werde Ende 2027 voraussichtlich etwas über 2 Prozent liegen.
Es bestehe erhebliche Unsicherheit über die Aussichten für die globale und norwegische Wirtschaft. Der Ausschuss sei besorgt über das Risiko einer Erhöhung der internationalen Handelsschranken. Höhere Zölle würden das globale Wachstum wahrscheinlich dämpfen, aber die Auswirkungen auf die Preisaussichten in Norwegen seien ungewiss. Der Ausschuss stellte außerdem fest, dass die Inflation im vergangenen Jahr schneller zurückgegangen ist als prognostiziert. Wenn die Aussichten darauf hindeuten, dass die Inflation niedriger oder die Arbeitslosigkeit höher sein werde als derzeit prognostiziert, könnte der Leitzins schneller gesenkt werden als derzeit erwartet. Andererseits könnten Lohn- und Preisinflation länger als prognostiziert erhöht bleiben, beispielsweise wenn die Krone schwächer wird oder die Kapazitätsauslastung steigt. Dann könnte ein höherer Leitzins als derzeit erwartet erforderlich sein.
