
EU-Kommissarin Kadri Simson stellte auf einer Pressekonferenz den Bericht zur Lage der Energieunion 2024 vor.©Screenshot/EU-Kommission
Brüssel, 11. September 2024. Die EU-Energiekommissarin Kadri Simson fordert erneut, dass Norwegen und die anderen EWR-Staaten die zweite EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (RED2) umsetzen. „Es sei dringend“, betonte Simson am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Brüssel. Bereits im März sollten Norwegen und die anderen EWR-Ländern Island und Liechtenstein die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt haben. Sie sind Teil des sogenannten Clean Energy-Pakets von 2018. Diese Frist wurde nicht eingehalten.
Wie norwegische Medien mitteilen, sei die Regierung in dieser Angelegenheit gespalten. Während die Arbeiterpartei die Umsetzung der Richtlinie befürwortet, lehnt die Zentrumspartei dies ab. Gleichzeitig erklärte Premierminister Jonas Gahr Støre, dass die Richtlinie „in nicht allzu langer Zeit“ eingeführt werde.
Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie schreibt unter anderem vor, dass bis 2030 mindestens 32 Prozent des Energiemixes in der EU erneuerbar sein müssen. Im Jahr 2023 wurde die Richtlinie überarbeitet und der Zielwert auf 42,5 Prozent nach oben angepasst. Für Norwegen stellt das kein Problem dar, da etwa 98 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Finanzminister und Chef der Zentrumspartei Trygve Slagsvold Vedum hat auf Befürchtungen hingewiesen, dass die Richtlinie über erneuerbare Energien das Vetorecht der Kommunen bei der Onshore-Windenergie gefährden könnte.
