
Oslo, 23. August 2024 (aktualisiert am 28. August). Am 27. Mai einigten sich Vertragspartner und der Streik wurde beendet. Für 2024 wurde eine Gehaltserhöhung auf dem gleichen Niveau wie bei den anderen Fluggesellschaften in Norwegen vereinbart, insgesamt etwa 7,5 Prozent, die ab dem 1. Mai dieses Jahres nachträglich ausgezahlt wird. Hinzu kommt ein etwas reduzierter Arbeitsaufwand.
Seit dem 23. August streiken in Norwegen 115 Flugbegleiter der Kabinenpersonalverände von SAS Norwegen, NKF und SNK. Aufgerufen hatte die Gewerkschaft SAS General Union. Nach einem Jahrzehnt voller Lohnkürzungen, fehlender Abend-, Nacht- und Wochenendzulagen, fehlender Pausen und maximal einem freien Wochenende pro Monat habe das Kabinenpersonal genug, heißt es in einer Pressemitteilung. Ab Mittwoch, 28. August, soll der Streik eskalieren. Insgesamt 405 Mitglieder der Kabinenbesatzungen bei SAS wollen in den Streik treten.
Lange Zeit habe das Kabinenpersonal einen Großteil der Last der Kürzungen bei SAS getragen. Ständige Krisen hätten zu Rufen nach mehr Flexibilität, Lohnkürzungen und unhaltbaren Arbeitsbedingungen geführt. „Jetzt ist es an der Zeit, das Kabinenpersonal sowohl hinsichtlich der Bezahlung als auch der Arbeitsbedingungen auf ein angemessenes Niveau zu bringen“, erklärt Dag-Einar Sivertsen, Gewerkschaftssekretär des norwegischen Gewerkschaftsbundes. Das Kabinenpersonal habe angemessene Forderungen nach zwei freien Wochenenden im Monat gestellt, um ein Minimum an sozialem Leben aufrechtzuerhalten, und nach einer täglichen Essenspause an einem anderen Ort als an der Warteschlange der Passagiere. SAS hab alle Forderungen zurückgewiesen.
Wie SAS AB in einer Pressemitteilung erklärt, liege die Priorität derzeit darauf, Störungen im Verkehrsprogramm so gering wie möglich zu halten und die Kunden mit Umbuchungen und Informationen zu unterstützen. Obwohl nur eine begrenzte Anzahl von Flügen von diesem Streik betroffen sei und die meisten Flüge wie geplant durchgeführt würden, rät die Fluggesellschaft den Passagieren, sich vor der Anreise zum Flughafen auf flysas.com über aktuelle Entwicklungen zu informieren.
SAS glaubt, dass es möglich ist, eine Lösung zu finden, die sowohl für das norwegische Kabinenpersonal attraktiv ist und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sichert. Obwohl SAS unter Insolvenzschutz große Anstrengungen unternommen habe, um dem Kabinenpersonal in Bezug auf Bezahlung und Arbeitszeit entgegenzukommen, konnte keine Einigung erzielt werden. Es sei auch wichtig zu wissen, dass sich das Unternehmen in der Endphase seines Sanierungsprozesses befindet und die Auswirkungen dieses Streiks analysiert werden müssen.
