Norwegen beim Pro-Kopf-BIP auf Platz vier in Europa

©eurostat

Oslo, 21. Dezember 2020. Norwegens preisniveaubereinigtes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag 2019 um 47 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Luxemburg, Irland und die Schweiz führen das von Eurostat veröffentlichte Ranking an. 2018 hatte das relative Pro-Kopf-BIP Norwegens noch 55 Prozent über dem EU-Durchschnitt ( EU27 = 100 ) gelegen. Norwegen belegt seit 2015 den europäischen vierten Platz. Am Ende der Rangliste befinden sich Albanien und Bosnien-Herzegowina mit einem Pro-Kopf-BIP von weniger als 70 Prozent des EU-Durchschnitts.

Der relative Rückgang des Pro-Kopf-BIP ist nicht auf einen Rückgang des gesamten norwegischen BIP zurückzuführen. Vielmehr verzeichnetet das Land von 2018 bis 2019 einen Anstieg des Pro-Kopf-BIP. Das Wachstum war jedoch geringer als das Wachstum in den EU-Ländern insgesamt. Darüber hinaus können nationale Änderungen des Preisniveaus, der Wechselkurse und der Bevölkerungsgröße das norwegische Pro-Kopf-BIP im Vergleich zum Durchschnitt der EU-Länder beeinflussen.

Das norwegische Statistikamt SSB macht darauf aufmerksam, dass das sehr hohe Pro-Kopf-BIP Luxemburgs zum Teil dadurch zustande kommt, dass ein großer Teil der Belegschaft des Landes ausländische Pendler sind, die in Nachbarländern leben. Sie trügen somit zum luxemburgischen BIP bei, sind jedoch nicht in der Bevölkerung enthalten, auf der das Pro-Kopf-BIP basiert.

Das hohe BIP Irlands werde hauptsächlich durch die Gründung multinationaler Unternehmen im Niedrigsteuerland getrieben. Solche Unternehmen trügen zur Steigerung des nominalen BIP bei, haben jedoch in vielen Fällen nur geringe Auswirkungen auf das Wohlfahrtsniveau des Landes. Dies liege daran, dass ein Großteil der Einnahmen der multinationalen Unternehmen wieder aus dem Land abgezogen wird.

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