Deutscher und norwegischer Verband vereinbaren engere Zusammenarbeit bei marinen mineralischen Rohstoffen

Die beiden Organisationen DeepSea Mining Alliance (DSMA) und das Norwegische Forum für Marine Mineralische Rohstoffe (NMM) haben ein Kooperationsabkommen unterzeichnet. Künftig sollen gemeinsame Projekte über die gesamte Wertschöpfungskette der Bodenschätze auf dem Meeresboden realisiert werden. Im Bild: Erkundung des Meeresbodens in Norwegen.©NNM

Hamburg/Trondheim, 23. November 2020. Die DeepSea Mining Alliance (DSMA) und das Norwegische Forum für Marine Mineralische Rohstoffe (NMM) wollen enger bei der Entwicklung einer kosteneffizienten und umweltverträglichen Industrie für marine mineralische Rohstoffe zusammenarbeiten. In einem jetzt unterzeichneten Kooperationsabkommen vereinbarten die beide Verbände eine industrielle, technologische und wissenschaftliche Zusammenarbeit, die alle Disziplinen und Phasen umfasst, die für eine nachhaltige Gewinnung von marinen Rohstoffen erforderlich sind. Dabei können das NMM und die DSMA auf bereits etablierte Kontakte zwischen Norwegen und Deutschland aufbauen. 

Marine mineralische Rohstoffe seien unerlässlich, um die von der Europäischen Union im “Green Deal” festgelegten Ziele zu erreichen. Darüber hinaus seien neue industrielle Technologien erforderlich, um die Auswirkungen des Abbaus auf die Umwelt zu minimieren und gleichzeitig eine zuverlässige und erschwingliche Rohstoffversorgung zu gewährleisten, heißt es in einer Mitteilung der DSMA.

Manta-AUV – ein ferngesteuerter Geräteträger in Gestalt eines Mantas der Firma Evologics zum Monitoring der Tiefsee, z.B. zur Überwachung der Umweltauswirkungen (Monitoring) des Tiefseebergbaus.©Evologics

“Eines der wichtigsten nächsten Ziele dieses Abkommens ist die Ausarbeitung einer gemeinsamen ‘Roadmap’ von Aktivitäten und Projekten, um nicht nur die Zusammenarbeit zwischen dem NMM und der DSMA, sondern auch zwischen den industriellen, wissenschaftlichen und politischen Akteuren in beiden Ländern zu fördern”, sagt Leonhard Weixler, Präsident der DSMA.

Die Mitglieder des NMM und der DSMA verfügten über ein einzigartiges und kohärentes Spektrum an Ressourcen, Fähigkeiten und Fachkenntnissen, die für die Umsetzung von Projekten im Bereich der marinen mineralischen Rohstoffe unverzichtbar sind. Obwohl einige zentrale Komponenten dieser Technologien bereits ausgereift sind, gebe es immer noch kritische Forschungs- und Entwicklungsthemen, die einer Lösung bedürfen, heißt es in der Mitteilung weiter. Das NMM und die DSMA könnten wichtige Voraussetzungen für die zukünftige Erschließung der marinen mineralischen Rohstoffe schaffen.

PATANIA II – ein ferngesteuerter Mn-Knollen Kollektor der Firma DEME-GSR©DEME-GSR

“Die Zusammenarbeit des NMM und der DSMA kann durch die Nutzung der Kompetenzen innerhalb der bereits bestehenden deutschen und norwegischen Cluster ein wichtiges Instrument zur Entwicklung von Wissen, Methoden und Werkzeugen sein, die benötigt werden, um die Gewinnung von mineralischen Rohstoffen am Meeresboden zu einem wichtigen Teil zur Lösung der Energiewende zu machen” so Dr. Kjetil Skaugset, Vorsitzender des NMM.

MEBO – eine ferngesteuerte Bohreinheit der Firma Bauer Maschinen für den Tiefsee-Einsatz wie die Exploration von Massivsulfiden.©Bauer Maschinen

DSMA und NMM haben zusammen 59 Mitglieder aus Industrie und Wissenschaft. Mit der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens wollen die beiden Organisationen Kooperationsprojekte über die gesamte Wertschöpfungskette der marinen mineralischen Rohstoffe erleichtern.

Norsk Olje & Gass, Aker, GCE Ocean Technology, Blue Maritime Cluster, GCE Node, Aker, Loke Marine Minerals und das norwegische Forum für Meeresmineralien (NMM) haben am 20. November einen ersten Bericht über die Möglichkeiten der industriellen Nutzen der Meeresbodenmineralien für neue Industrien in Norwegen präsentiert. Der Bericht wurde von Rystad Energy erstellt und an die Ministerin für Erdöl und Energie Tina Bru übergeben. Damit sei der Startschuss für eine neue Industrie in Norwegen gegeben, die auf der Ölindustrie basiert: die Gewinnung von Mineralien auf dem Meeresboden. Die Behörden kartieren solche Lagerstätten seit mehreren Jahren, und eine einheitliche Industrie sei nun bereit, aus diesen natürlichen Ressourcen Wert zu schaffen, teilt NNM mit.

Finden Sie hier die Präsentation (in englischer Sprache).

Kontakt:
Leonard Weixler, Präsident der DSMA
info@deepsea-mining-alliance.com 

Egil Tjåland, Geschäftsführer des NMM
egil.tjaland@ntnu.no

Finden Sie hier weitere Informationen zum Tiefseebergbau in Norwegen.

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