Neujahrsansprache der Premierministerin zu Klima und Umwelt

Erna Solberg spricht in der Residenz des Premierministers. 
©Håkon Mosvold Larsen / NTB Scanpix

Oslo, 1. Januar 2010. Die Erreichung der Klimaziele und der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen stand im Mittelpunkt der diesjährigen Neujahrsansprache der norwegischen Premierministerin Erna Solberg. Sie zeigte sich optimistisch, dass die 2015 verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele bis 2030 erreicht werden.

In einigen Ländern sei das Ziel in der Bildung, dass alle Kinder die Schule besuchen. Zu Hause bestehe die größte Herausforderung darin, mehr junge Menschen zum Abschluss einer Hochschulausbildung zu bewegen.

2020 werde ein wichtiges Jahr für die Nachhaltigkeitsziele, da man sehen kann, was bisher erreicht wurde. 2020 trete auch das Pariser Klimaschutzabkommen in Kraft. „Heute wissen wir genug, um zu behaupten, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel gefährlich ist.“

Solberg gab in ihrer Rede Beispiele, was Norwegen für das Klima tut. Norwegen verfolge seit der Einführung der CO2-Steuer vor fast 30 Jahren eine immer strengere Klimapolitik. Die Emissionen seien heute fast so hoch wie 1990, obwohl die Einwohnerzahl und auch die Wirtschaft gewachsen sei. Zukünftig müssten die Emissionen jedoch stark reduziert werden.

Die grüne Transformation schaffe auch neue Möglichkeiten und neue Arbeitsplätze, zum Beispiel in der grünen Schifffahrt, in der Norwegen weit voraus ist.

„Viele stellen Fragen zur Öl- und Gasindustrie“, sagte Erna Solberg. „Auch um die Klimaziele zu erreichen, werden Öl und Gas benötigt. Aus diesem Grund sollten wir eine Branche nicht aufgeben, in der viele Tausend Menschen beschäftigt sind und die zur Finanzierung unseres Wohlergehens beiträgt.“ Die Branche müsse sich jedoch auf eine geringere Nachfrage einstellen, wenn die Klimapolitik strenger wird. Und sie müsse die Emissionen selbst senken. Es sei daher erfreulich, dass das neue große Ölfeld Johan Sverdrup nahezu treibhausgasfrei produziert, da die Plattform mit sauberem Landstrom versorgt wird. Solberg hofft, dass diesem Beispiel mehrere Unternehmen folgen.

„Wenn wir die guten und wirksamen Maßnahmen wählen, können wir die Emissionen schneller senken, während wir noch Geld haben, um in das Wissen in der Schule zu investieren und mehr im Gesundheitswesen zu behandeln“, erklärte die Premierministerin. „Wir müssen Lösungen wählen, die die Lasten gerecht verteilen.“

Solberg ging auch auf die nachhaltige Entwicklung der Ozeane ein. Darüber hinaus betonte sie die Bereitschaft des Landes, anderen Ländern zu helfen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Speziell will sich Norwegen um die Ausbildung von Mädchen in Ländern kümmern, in denen der Schulbesuch für Mädchen nicht selbstverständlich ist.

„In zehn Jahren werden die heutigen Neujahrskinder sehen, dass wir unsere Ziele erreicht haben“, sagte die Premierministerin. „Wir haben einen langen Weg vor uns.“ Aber wenn man wisse, wohin man gehe, können die Ziele gemeinsam erreicht werden.

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