Deutscher Außenminister besucht Militäreinrichtungen in Bodø

Außenminister Espen Barth Eide traf am 14. Juli in Bodø mit dem deutschen Außenminister Johann Wadephul zusammen. ©Auswärtiges Amt.

Oslo, 15. Juli 2026. Der norwegische Außenminister Espen Barth Eide traf sich am 14. Juli in Bodø mit dem deutschen Außenminister Johann Wadephul. Im Mittelpunkt der Gespräche standen der Hohe Norden, die europäische Sicherheit, die Unterstützung für die Ukraine und die deutsch-norwegische Zusammenarbeit. Die beiden Minister besuchten unter anderem das operative Hauptquartier der norwegischen Streitkräfte (FOH) in Reitan, das neue NATO-Luftoperationszentrum (CAOC) und das High North Center an der Nord University.

„Deutschland ist Norwegens wichtigster Partner in Europa und einer unserer engsten Verbündeten. In Zeiten der Unsicherheit, in denen Europa mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernimmt, ist es wichtig, dass wir uns mit unserem wichtigsten europäischen Partner treffen“, erklärt Eide.„Wir sind uns einig darin, Europas Fähigkeit zur Wahrung seiner eigenen Sicherheit zu stärken und die Ukraine weiterhin zu unterstützen. Dies waren auch wichtige Themen unserer Gespräche in Bodø. Der Hohe Norden ist Norwegens wichtigster strategischer Schwerpunkt und gewinnt zunehmend an Bedeutung für die europäische Sicherheit. Wir begrüßen Deutschlands verstärktes Engagement im Norden. Deutschland ist ein immer wichtigerer Partner in der Arktis und im Nordatlantik.“

Norwegen und Deutschland pflegen eine enge Zusammenarbeit im Bereich Verteidigung und Sicherheit. Anfang des Jahres unterzeichneten die Länder ein umfassendes Verteidigungsabkommen, das die Kooperation in einer Reihe von Bereichen stärken wird.

Die Minister erörterten, wie europäische Länder durch verstärkte Investitionen in Verteidigungsfähigkeit und Rüstungsindustrie mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit übernehmen können. Norwegen und Deutschland kooperieren unter anderem bei der U-Boot-Beschaffung; Kanada hat sich dieser Kooperation vergangene Woche angeschlossen.

Für Deutschland bleibt der nordatlantische und arktische Raum eine strategische Schlüsselregion für europäische Sicherheit und wirtschaftliche Souveränität. Mit Norwegen ist ein starker und verlässlicher Freund und Partner an unserer Seite, teilt das Auswärtige Amt in Berlin mit.

Die Zusammenarbeit im Weltraum war auch Thema des Besuchs in Bodø. Der Ausbau der europäischen Kapazitäten im Weltraum gewinnt zunehmend an Bedeutung für Sicherheit, Kommunikation und Überwachung, heißt es in einer Pressemitteilung des norwegischen Außenministeriums. Norwegen und Deutschland kooperieren bereits eng in diesem Bereich, unter anderem durch die Partnerschaft zwischen dem Weltraumbahnhof Andøya und Isar Aerospace.

Die Minister erörterten auch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Norwegen und Deutschland gehören zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine und kooperieren unter anderem bei der Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung.

Im Rahmen des Nansen-Programms leistet Norwegen im Jahr 2026 militärische und zivile Unterstützung in Höhe von 85 Milliarden NOK für die Ukraine. Davon sind 70 Milliarden NOK für militärische Unterstützung vorgesehen.

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