Steuerkommission legt Bericht als Grundlage einer umfassenden Steuerreform in Norwegen vor

Eigil Knutsen, Leiter der Steuerkommission, und Finanzminister Jens Stoltenberg bei der Übergabe des Berichts.©Screenshot/regjeringen.no

Oslo, 24. Juni 2026. Norwegens Finanzminister Jens Stoltenberg nahm heute den Bericht der Steuerkommission unter der Leitung von Eigil Knutsen entgegen. Die Steuerkommission wurde am 19. Dezember 2025 eingesetzt, um Empfehlungen für eine umfassende Steuerreform zu erarbeiten, die zu einem wettbewerbsfähigen Steuerniveau für norwegische Unternehmen beitragen soll. Insgesamt gehe es bei der angestrebten umfassenden Steuerreform um mehr Berechenbarkeit. Die Kommission schlägt unter anderem eine Senkung der Vermögens-, der Einkommens- und der Mehrwertsteuer vor. Auch soll es eine Entlastung bei der sogenannten Wegzugssteuer geben. Der Bericht wird nun zur Konsultation weitergeleitet. Die Regierung wird die eingegangenen Stellungnahmen berücksichtigen und anschließend dem Storting einen entsprechenden Vorschlag präsentieren.

Hinsichtlich der Vermögenssteuer sind sich die Kommissionsmitglieder einig, dass diese Abgabe erhalten werden soll. Der Steuersatz soll sinken, die Kommission konnte sich aber nicht über die Höhe des Steuersatzes einigen. Er soll zwischen 0,25 und 0,75 Prozent liegen. Die sogenannten Bewertungsabschläge, die für Aktien und selbstgenutztes Wohneigentum gelten, sollen abgeschafft werden. Die Vermögenssteuer soll weiterhin zur Umverteilung und zur Finanzierung von Sozialleistungen beitragen, sagte Finanzminister Jens Stoltenberg nach Erhalt des Berichts der Steuerkommission.

Ferienimmobilien werden heute auf Basis historischer Herstellungskosten bewertet, sodass zwischen Vermögenswert und tatsächlichem Marktwert der Ferienimmobilie nur ein geringer Zusammenhang besteht. Dadurch werden insbesondere ältere und wertvolle Ferienimmobilien im Verhältnis zu neueren Ferienimmobilien in erheblichem Maße zu niedrig bewertet.

Die Kommission ist der Ansicht, dass ein Schritt in Richtung einer treffsichereren Bewertung von Ferienimmobilien Teil eines parteiübergreifenden Steuerkompromisses sein sollte. Die Kommission hat kein bestimmtes Modell geprüft, betont aber, dass etwaige Änderungen zu einer gleicheren Bewertung von Ferienimmobilien im In- und Ausland beitragen sollten. Bei eventuellen Änderungen sollte die neue Bewertung nach Ansicht der Kommission schrittweise eingeführt werden, um die bestehenden Eigentümer von Ferienimmobilien zu berücksichtigen.

Bei der Dividendensteuer soll es Entlastungen geben. Hier empfiehlt die Kommission, die Dividendensteuer auf Aktieneinkünfte auf 37,84 Prozent zu senken.

Die vorgeschlagenen Entlastungen der Einkommenssteuer betragen über 20 Milliarden NOK.

Die Mehrwertsteuer soll auf eine breitere Bemessungsgrundlage mit weniger Steuersätzen gestellt werden.

Die Körperschaftssteuer bleibt nach den Vorschlägen der Kommission unverändert.

Die derzeitige Steuerbefreiung beim Verkauf einer Immobilie, die als Zweitwohnsitz gilt, soll abgeschafft werden.

„Die Steuerfrage zählt zu den wichtigsten Streitpunkten in der Politik und ist einer der entscheidenden Unterschiede zwischen rechts und links. Bei der Steuerpolitik geht es um die Finanzierung von Sozialleistungen und um deren Verteilung“, erklärte Stoltenberg nach der Vorstellung der Steuerberichts. „In kaum einem anderen Bereich sehen wir mehr politische Auseinandersetzungen als in der Steuerfrage.“

Finden Sie hier den Bericht.

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

Eine Fahrt mit dem Arctic Train auf der nördlichsten Bahn Norwegens