
München, 09.06.2026. Das Münchner Unternehmen Isar Aerospace SE bereitet derzeit den nächsten Startversuch der Trägerrakete Spektrum vom firmeneigenen Startkomplex am Weltraumbahnhof Andøya Space in Norwegen vor. Das nächste Startfenster für den Qualifizierungsflug öffnet sich zwischen dem 15. und dem 21. Juni, vorbehaltlich geeigneter Wetterbedingungen sowie der Sicherheits- und Startplatzfreigabe. Im Rahmen der Mission ‚Onward and Upward‘ sollen fünf CubeSats sowie ein Experiment für das Boost!-Programm der ESA transportiert werden. Beim ersten Startversuch im vergangenen Jahr explodierte die Rakete 30 Sekunden nach dem Start. Das Unternehmen wertete diesen Startversuch dennoch als Erfolg. Weitere Startversuche in diesem Jahr mussten aus verschiedenen Gründen abgebrochen werden. In Ergänzung zum ersten Startplatz der Firma in Norwegen plant Isar Aerospace den Aufbau eines weiteren Launch-Komplexes in Kanada. Aufgrund der weltweit starken Nachfrage nach integrierten Startsystemen für souveränen Weltraumzugang sind zusätzliche Standorte in Verhandlung, teilt das Unternehmen mit.
Für die weitere Expansion erhielt Isar Aerospace frisches Kapital in Höhe von 270 Millionen Euro. Als neue Investoren stießen unter anderem Island Green Capital und Molten Ventures dazu. Bestehende Investoren wie HV Capital, Lakestar, UVC Partners und Co-Investor KfW Capital verstärkten ihr Engagement.
„Der Weltraum ist längst kein Neuland mehr – er ist das Fundament staatlicher Handlungsfähigkeit. Mithilfe der strategischen Unterstützung unserer Investoren ermöglichen wir staatlichen und kommerziellen Kunden weltweit mit unseren Startsystemen den Zugang zum Weltraum“, erklärt Daniel Metzler, Mitgründer und CEO von Isar Aerospace.
Die Finanzierungsrunde knüpft an die Aktivitäten des Unternehmens in den vergangenen Wochen an:
- Hochlauf der größten integrierten Trägerraketenproduktion in Europa: Die neue Produktionsstätte von Isar Aerospace in Parsdorf bei München ist auf die Serienproduktion von bis zu 40 Trägerraketen pro Jahr ausgelegt. Ein hoher Automatisierungsgrad sowie die konsequente vertikale Integration ermöglichen es, Entwicklung, Fertigung und Tests nahezu vollständig inhouse abzudecken.
- Aufbau eines internationalen Startnetzwerks: Isar Aerospace erweitert seine multinationale Startinfrastruktur, um ein breiteres Spektrum an Umlaufbahnen und Kunden bedienen zu können. Neben dem Startplatz in Andøya, Norwegen, soll ein weiterer Launch-Komplex in Nova Scotia, Kanada, entstehen. Dafür unterzeichnete Isar Aerospace erst kürzlich eine Absichtserklärung mit Maritime Launch Services. Von Novia Scotia aus können Starts in Umlaufbahnen mit mittlerer bis hoher Inklination erreicht werden, die für Erdbeobachtungs- und Kommunikationssatelliten relevant sind.
- Vertrauen von Partnern und Regierungen: Durch die Kooperation von Isar Aerospace mit TKMS im Rahmen des Canadian Patrol Submarine Project werden erstmals souveräne Weltraumkapazitäten in einem bilateralen NATO-Beschaffungsrahmen berücksichtigt. Das Startmanifest von Isar Aerospace reicht in das Jahr 2028 und umfasst Missionen für ESA, NOSA, ElevationSpace, Astroscale und weitere internationale Kunden.
Europa hat 2025 weniger als 10 orbitale Starts durchgeführt – die USA mehr als 190. In dem im Mai 2026 veröffentlichten Bericht SPARTA 2.0 wird der souveräne europäische Zugang zum Weltraum als eine zentrale Fähigkeitslücke Europas genannt, die auf dem Weg zu eigenständiger Handlungsfähigkeit adressiert werden muss. Souveräner Weltraumzugang ist damit zur Grundvoraussetzung europäischer Verteidigungsautonomie geworden. Isar Aerospace ist das einzige private europäische Unternehmen, das die dafür notwendige Kapazität und Infrastruktur baut. Die Nachfrage spiegelt das wider: 60 Prozent aller Anfragen an Isar Aerospace in den letzten zwölf Monaten stammen von staatlichen Stellen, während zuvor kommerzielle Unternehmen dominierten.
Das europäische Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace bietet Startdienste für den Transport kleiner bis mittelgroßer Satelliten und Satellitenkonstellationen in die Erdumlaufbahn an. Die Trägerraketen für den Transport der Satelliten hat das Unternehmen fast vollständig inhouse entwickelt, hergestellt und getestet. Isar Aerospace wurde 2018 gegründet, hat seinen Hauptsitz in der Nähe von München und beschäftigt über 400 Mitarbeiter an fünf internationalen Standorten.
