
Oslo, 24. Oktober 2025 (von Kjersti Fossanger). Trotz der zunehmenden handelspolitischen Unsicherheit nach dem Amtsantritt des US-Präsidenten Donald Trump im Januar 2025 blieb der Handel zwischen Norwegen und den USA hoch. Sowohl der Wert der Exporte als auch der Importe ist in den ersten neun Monaten des Jahres höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilt das norwegische Statistikamt SSB mit.
Die USA sind Norwegens zweitgrößter Exportmarkt außerhalb der EU und eines der Länder, aus denen Norwegen am meisten importiert. Die USA haben im Laufe der Zeit eine stabile und wichtige Rolle in der norwegischen Wirtschaft gespielt – sowohl als Käufer norwegischer Waren als auch als Lieferant von Technologie, Maschinen und Industrieprodukten für den norwegischen Industrie- und Energiesektor.
Im Jahr 2024 exportierte Norwegen Waren im Wert von rund 62 Milliarden NOK in die USA, während die Importe bei rund 82 Milliarden NOK lagen. Dies entspricht etwa drei Prozent der gesamten norwegischen Warenexporte und acht Prozent der gesamten Importe.
Die Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres zeigen, dass der Handel zwischen Norwegen und den USA weiterhin auf hohem Niveau bleibt. Der Wert der Exporte in die USA ist um 17 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, während die Importe um zwei Prozent zunahmen. Im Jahr 2025 entfallen bisher etwa vier Prozent der gesamten norwegischen Exporte und sieben Prozent der Importe auf die USA.
Insgesamt hat der Handel zwischen den Ländern in den ersten drei Quartalen des Jahres zugenommen, was auf höhere Exportwerte zurückzuführen ist, während sich die Importwerte stabiler entwickelten. Bestimmte Produktgruppen, wie beispielsweise Lachs, spüren die Auswirkungen der neuen Zollpolitik bereits, aber es ist noch zu früh, um zu sagen, wie sich die Gesamteffekte im Laufe der Zeit entwickeln werden.
Lachsexporte verlangsamen sich nach neuen Zöllen
Die Lachsexporte in die USA haben im Laufe der Zeit deutlich zugenommen, die Zahlen deuten jedoch darauf hin, dass sie aufgrund neuer Zölle zurückgehen.
Fisch macht etwa ein Fünftel der norwegischen Exporte in die USA aus, und der Großteil davon ist Lachs. Im Jahr 2024 kauften die Amerikaner norwegischen Lachs im Wert von rund zehn Milliarden Kronen – etwa doppelt so viel wie fünf Jahre zuvor.
Das Wachstum setzte sich auch 2025 fort, insbesondere bei frischem Lachs. In den ersten fünf Monaten des Jahres verdoppelte sich der Exportwert im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit waren die USA im Frühjahr 2025 einer der am schnellsten wachsenden Märkte für norwegischen Lachs.
Im Sommer kehrte sich der Trend um. Von Juni bis in den Herbst hinein gingen die Exporte von frischem Lachs sowohl wertmäßig als auch mengenmäßig deutlich zurück. Im dritten Quartal halbierte sich die Menge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und der Wert sank um über 50 Prozent. Der Rückgang ist auf die Einführung neuer Zölle auf norwegische Meeresfrüchte in den USA am 7. August zurückzuführen. Ein schwächerer Dollar und eine stärkere Krone trugen ebenfalls zum Rückgang bei. Die gestiegene Nachfrage in Asien, wo die Preise höher waren, trug ebenfalls dazu bei, dass Teile der norwegischen Lachsexporte aus den USA abwanderten.
Trotz des Rückgangs nach dem Sommer ist der Wert von frischem Lachs in den USA in den ersten neun Monaten dieses Jahres immer noch etwas höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Gesamtlachsexporte, zu denen auch Filets und gefrorener Lachs gehören, verzeichnen in diesem Jahr bisher ein stärkeres Wachstum. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass Faktoren wie handelspolitische Veränderungen und Währungsunterschiede frischen Lachs bisher stärker getroffen haben als andere Lachsprodukte.
Technologie und Industriegüter treiben den Export
Insgesamt zeigen die Zahlen, dass der Handel zwischen Norwegen und den USA im Jahr 2025 weiterhin stark bleibt, das Wachstum jedoch von Technologie, Industrie- und Fischereiprodukten getragen wird, während die Energie- und Metallprodukte rückläufig sind.
Rund ein Fünftel des Exportwerts in die USA entfiel in den vergangenen Jahren auf Maschinen und Transportausrüstung. Dabei handelt es sich vor allem um Offshore-Technologie, Pumpen, Ventile und Spezialmaschinen für den Energie- und Industriesektor. Diese Produktgruppe verzeichnete im Jahr 2025 den mit Abstand größten Zuwachs – ein Plus von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Anstieg ist geprägt durch große Einzellieferungen im Bereich der Energieinfrastruktur, unter anderem für Offshore-Windprojekte in den USA.

Erdölprodukte sind auch ein wichtiger Bestandteil der norwegischen Exporte in die USA. In den letzten Jahren beliefen sich die Erdölexporte in die USA auf rund zwölf Milliarden norwegische Kronen. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Benzin, aber auch um Rohöl, Flüssigerdgas und andere Ölprodukte. Im Zeitraum Januar bis September dieses Jahres wurde vor allem Benzin exportiert, dessen Wert im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent gesunken ist. Der Grund für den Rückgang sind niedrigere Preise.
Norwegen ist auch ein wichtiger Metallexporteur in die USA. In den letzten Jahren beliefen sich die Metallexporte auf rund sechs Milliarden norwegische Kronen. Wichtige Güter sind hier Nickel, Kobalt und Aluminium, die unter anderem in der Automobilindustrie und der Elektronikproduktion verwendet werden. Die Metallexporte in die USA sind in diesem Jahr bisher um fünf Prozent zurückgegangen. Dies ist auf die niedrigeren internationalen Metallpreise in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen.
