
Oslo, 7. August 2025. „Ist Norwegen in puncto Innovation, technologische Entwicklung und grüne Energie- und Klimawende besser aufgestellt als Europa? Und sind wir stark genug, um einer turbulenteren und unsichereren Welt mit neuen Sicherheitsbedrohungen zu begegnen?“ Inspiriert vom Draghi-Bericht der EU hat der norwegische Unternehmerverband NHO eine Analyse der norwegischen Wettbewerbsfähigkeit erstellt. Sie zeigt, wo Norwegen heute steht – und was in Zukunft erforderlich ist.
Mit diesem Bericht will die NHO eine fundierte Grundlage für Debatten und Entscheidungen schaffen. Er präsentiert eine Gesamtbewertung der norwegischen Wettbewerbsfähigkeit und des Erneuerungs- und Umstrukturierungsbedarfs angesichts der neuen Realität. Der Bericht zeigt, dass Norwegen zwar weiterhin über starke Wettbewerbsvorteile verfügt, das Land aber in mehreren Schlüsselbereichen seine führende Position in Europa eingebüßt hat.
NHO skizziert konkrete Schritte, wie ein wettbewerbsfähigerer und zukunftsorientierterer Unternehmenssektor entwickelt werden kann, der Norwegen in einer neuen Ära Schwung verleiht.
„Das Wachstum der norwegischen Wirtschaft hat sich verlangsamt, und Norwegen hat in den letzten Jahren eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung als viele vergleichbare Länder verzeichnet. Unsere Analyse zeigt, dass es auch den größten norwegischen Unternehmen so ergeht. Wir sehen, dass einige unserer traditionellen Stärken an Bedeutung verlieren könnten. In für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidenden Bereichen hinken wir vergleichbaren Ländern hinterher. Wir sind zu innovationsschwach, zu langsam bei der Klima- und Energiewende und in einer sich rasant entwickelnden Welt anfälliger“, heißt es in dem Bericht. Er führt folgende Fakten auf:
- Norwegen hat eine technologisch reife Bevölkerung, aber es fehlt an einer schnell wachsenden Technologiebranche.
- Die norwegische Wirtschaft hinkt in Forschung und Entwicklung hinterher.
- Norwegen hat einen schwachen Zugang zu Kapital für Start-ups und Wachstumsunternehmen.
- Das Steuer- und Gebührensystem für Unternehmen und insbesondere private Eigentümer ist weniger wettbewerbsfähig als zuvor.
- Die Kompetenzentwicklung ist nicht auf die Bedürfnisse der Unternehmen zugeschnitten.
- Der ausgedehnte öffentliche Sektor arbeitet zu wenig mit der Wirtschaft zusammen.
- Die mangelnde Anpassung an den Klimawandel schafft Unvorhersehbarkeit.
- Norwegen bewegt sich von einem Energieüberschuss zu einem Energiedefizit.
- Norwegen ist als offene Volkswirtschaft mit herausfordernden Beziehungen zur EU anfällig für die Rivalität der Großmächte.
Das dargestellte Bild mag düster erscheinen, doch Norwegen hat trotz der großen Herausforderungen eine gute Ausgangsposition, heißt es weiter. In den nächsten vier Jahren müsse das Storting Maßnahmen ergreifen, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu priorisieren und zu steigern.
Diese müssten sich auf drei Hauptschwerpunkte konzentrieren: Als Hochkostenland müsse Norwegen an der Spitze der technologischen Entwicklung stehen, die grüne Energiewende müsse vorangetrieben werden und die Bindung an Europa müsse enger sein.

Lesen Sie hier den vollständigen NHO-Bericht
