Bundeskanzler Merz zum Treffen der Premierminister der nordischen Länder eingeladen

Die Ministerpräsidenten der nordischen Länder trafen sich im finnischen Turku zu einem Nordischen Gipfel. Bundeskanzler Friedrich Merz stieß am Abend zu dem Treffen dazu. ©Lauri Heikkinen, Kanzlei Valtioneuvoston

Turku, 26. Mai 2025. Sicherheit und verstärkte Zusammenarbeit stehen im Mittelpunkt eines Treffens der nordischen Premierminister in Finnland. Zum Abschluss des Nordischen Gipfels trafen sich die Ministerpräsidenten aus Finnland, Dänemark, Island, Norwegen und Schweden zu einem Arbeitsessen mit Vertretern der nordischen Wirtschaft. Auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz war zu dem Treffen der nordischen Länder eingeladen. Neben Wirtschaftsfragen und die Themen Sicherheit, Zusammenarbeit im hohen Norden ging es auch um die Ukraine. Weitere politische Vertreter aus Grönland, Färöer und Åland nahmen teil .

„Eine starke Wirtschaft und ein widerstandsfähiger Unternehmenssektor sind für unsere Sicherheit von entscheidender Bedeutung. Der Geschäftswelt kommt bei der Verbesserung der Vorbereitung in allen nordischen Ländern eine Schlüsselrolle zu. Wettbewerbsfähigkeit bedeute auch, über die notwendigen Überschüsse zu verfügen, um in Krisensituationen zusätzliche Leistung erbringen zu können“, sagte Norwegens PremierministerJonas Gahr Støre.

Die nordischen Regierungschefs haben sich bei ihrem Treffen unter anderem auf eine gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit im Bereich der Quantentechnologie geeinigt. In der Erklärung kündigen sie eine umfassende Zusammenarbeit in Bildung und Forschung an. Skandinavien soll zu einem weltweit führenden Standort für Unternehmen, Investitionen und Talente im Bereich der Quantentechnologie werden. „Norwegen wird das am stärksten digitalisierte Land der Welt, daher müssen wir neue Technologien schneller und systematischer übernehmen als heute. Durch die nordische Zusammenarbeit können wir mithilfe blitzschneller Quantencomputer schneller neue Materialien entwickeln. Dies werde Auswirkungen auf unsere nationale Souveränität über kritische Technologien haben“, sagt Karianne Tung, Norwegens Ministerin für Digitalisierung und öffentliche Verwaltung. Norwegen entwickelt gegenwärtig eine nationale Quantenstrategie. Dänemark und Finnland verfügen bereits über eine solche Technologie.

Am 27. Mai 2025 kamen Friedrich Merz und der finnische Ministerpräsident Petteri Orpo zu einem weiteren Gespräch zusammen. Danach empfing der finnische Staatspräsident Alexander Stubb den deutschen Bundeskanzler in seiner Sommerresidenz.

Primierminister Petteri Orpo and Bundeskanzler Friedrich Merz während der Pressekonferenz in Turku©Lauri Heikkinen, valtioneuvoston kanslia

Deutschland und die nordischen Staaten hätten „sehr viele Gemeinsamkeiten“, vor allem in der Sicherheits- und Europapolitik, sagte Friedrich Merz auf einer Pressekonferenz mit dem finnischen Ministerpräsidenten Petteri Orpoam in Turku. Das mache die Partnerschaft wertvoll, stabil und richtungsweisend für die EU.

Merz kündigte an, die gemeinsame Unterstützung für die Ukraine fortzusetzen und auszubauen. Bezüglich Sicherheitsfragen, beispielsweise hybrider Angriffe, gekappter Kabel und beschädigter Pipelines, erklärte er: „Wir nehmen das gemeinsam sehr ernst.“ Schutzmaßnahmen seien zum Beispiel die NATO-Mission „Baltic Sentry“, aber auch die gegen Russland verhängten EU-Sanktionen und eine sehr enge Zusammenarbeit im Bereich Krisenmanagement. Auch die russische Schattenflotte werde mit dem 17. Sanktionspaket der EU ins Visier genommen. „Putin versteht nur die Sprache der Stärke, nicht der Schwäche.”

Weiter unterstrich der Bundeskanzler die Dringlichkeit der Sicherung der EU-Außengrenzen. Er sprach Finnland „höchste Anerkennung“ für die Sicherung der EU-Außengrenzen aus. Es gebe kein zweites Land in der EU mit einer so langen Außengrenze mit Russland – mehr als 1.300 Kilometer. Russland und Belarus instrumentalisierten Migration hier als Teil der hybriden Kriegsführung gegen den Westen. „Wir werden das nicht hinnehmen“, sagte Merz. Finnland werde nicht allein gelassen. „Die Außengrenzen Finnlands sind auch unsere Außengrenzen“, betonte Merz.

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