Der Weihnachtsbaum aus Dänemark und der Schmuck aus China – was Norweger in diesem Jahr verschenken

BusinessPortal Norwegen wünscht allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest. God jul.

Oslo, 19. Dezember 2024. Traditionsgemäß hat sich die norwegische Statistikbehörde SSB auch in diesem Jahr die norwegischen Warenimporte der vergangenen drei Monaten angesehen, die einen Anhaltspunkt dafür liefern, was in diesem Jahr unter dem Weihnachtsbaum der Norweger liegen wird. Wie schon in den vergangenen Jahren dürfte die Elektronik dominieren, aber auch Skier liegen wieder hoch im Kurs. Stine Lindstrøm Faraas, SSB, hat die aktuellen Trends in einem Artikel auf der Website der Statistikbehörde zusammengefasst.

Die Wunschlisten blieben in den letzten Jahren stabil. „Die Importzahlen zeigen, dass wir Norweger Klang lieben. Wir wissen nicht, ob es Musik oder Podcasts sind, mit denen wir Weihnachten einläuten wollen, aber wieder einmal stehen Kopfhörer und Lautsprecher ganz oben auf der Liste der am meisten importierten Waren vor Weihnachten“, sagt Bjarte Vårvik von der Abteilung für Außenhandel. 

Die drei beliebtesten Geschenke unter dem Baum:

  1. Kopfhörer
  2. Mobiltelefon
  3. Lautsprecher
Die Top-3-Geschenke auf der Wunschliste dieses Jahr sind Kopfhörer, Mobiltelefone und Lautsprecher.
©SSB

Sportliche Weihnachten

Es scheint auch, dass mehr Menschen Weihnachten mit Skiern an den Füßen verbringen werden. Denn nachdem der Import von Skiern seit einigen Jahren rückläufig war, wurde nun Platz für die langen und schmalen Pakete unter dem Baum geschaffen. Sowohl Langlauf als auch Alpinski verzeichneten seit letztem Jahr einen Zuwachs. Obwohl der Import von Snowboards am stärksten zugenommen hat, nämlich um 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr, importierte Norwegen immer noch mehr Alpinski.

Smartwatches gehören schon lange zu den Lieblingen unter dem Weihnachtsbaum, doch ihre Beliebtheit nimmt auch in diesem Jahr weiter ab. Seit 2021 haben sich die Importe von Smartwatches in den letzten drei Monaten vor Weihnachten mehr als halbiert. 

Exklusive Parfums in teuren Zeiten

Schaut man sich die Importzahlen an, greift in Norwegen der „Lippenstifteffekt“. Die Theorie besagt, dass sich die Bevölkerung in wirtschaftlich angespannteren Zeiten kleine Luxusgüter gönnt, etwa exklusiven Lippenstift oder Parfum. In den letzten drei Monaten vor Weihnachten hat Norwegen Parfum im Wert von über 386 Millionen NOK importiert. Das ist eine Steigerung von über 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit anderen Worten: Die Zahlen deuten darauf hin, dass in diesem Jahr gute Düfte aus den Paketen unter dem Baum dringen werden. 

Die Würfel rollen erneut

Nach dem starken Anstieg des Imports von Spielekonsolen im letzten Jahr haben die norwegischen Händler in diesem Jahr in den letzten drei Monaten vor Weihnachten auch wieder Spielekonsolen im Wert von über 380 Millionen NOK importiert. Allerdings sieht es nicht danach aus, dass Weihnachten nur vor einem Bildschirm verbracht wird. Brettspiele haben nach einem starken Rückgang im letzten Jahr wieder zugenommen. In den letzten drei Monaten vor Weihnachten importierte Norwegen Brettspiele im Wert von 92 Millionen NOK. 

970.000 Weihnachtsbäume aus Dänemark

Trotz der Tatsache, dass Norwegen ein Land mit viel Wald ist, gehört es nicht zu den Weihnachtsbaumexporteuren. 2023 wurden gerade 15 Weihnachtsbäume ins Ausland exportiert. Das Wohnzimmer vieler Familien in Norwegen wird auch in diesem Jahr wieder ein dänischer Weihnachtsbaum schmücken. In den Monaten vor Weihnachten dieses Jahres importierte Norwegen insgesamt über 97.000 Weihnachtsbäume aus Dänemark. 

Auch der Schmuck, der den grünen Baum zum Strahlen bringt, wird aus dem Ausland importiert. In den letzten drei Monaten vor Weihnachten hat Norwegen Weihnachtsdekorationen für die stolze Summe von 300 Millionen NOK importiert. Fast alles davon kommt aus China. 

Norwegische Produkte am Heiligabend auf dem Tisch

Um die Weihnachtszeit herum werden immer mehr norwegische Produkte verzehrt. Unabhängig davon, ob Rippchen oder Schweinekoteletts bevorzugt wir– die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass an Heiligabend ein norwegisches Produkt serviert wird. Pinnekjøttet wird traditionell in Norwegen hergestellt, bei Weihnachtsrippchen ist dies jedoch nicht der Fall.

Im Jahr 2021 standen in vielen norwegischen Weihnachtshäusern ausländische Rippchen auf dem Tisch, bis zu 365.000 Kilogramm Rippchen wurden 2021 aus dem Ausland importiert. Seitdem ist der Import von Rippchen ins Stocken geraten und belief sich im November 2024 auf nur noch 43 Kilogramm. Vieles deutet darauf hin, dass in diesem Jahr norwegische Weihnachtsrippchen den Gaumen norwegischer Esser erfreuen werden.

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