Norwegens Außenminister in Warschau: Norwegisch-polnische Beziehungen absolut solide

Außenminister Eide und Polens Außenminister Sikorski.©Polnisches Außenministerium

Warschau, 23. Oktober 2024. Polen ist ein wichtiges Kooperationsland für Norwegen. Das unterstrich Norwegens Außenminister Espen Barth Eide während eines Besuches in der polnischen Hauptstadt. Hier führte der Gespräche mit seinem polnischen Amtskollegen Radoslaw Sikorski und Innenminister Tomasz Siemoniak.  

Polen ist der fünftgrößter Exportmarkt für norwegische Waren und der größte Markt für Meeresfrüchte. In Norwegen leben mehr als 100.000 Polen. Damit sind sie mit Abstand die größte Einwanderergruppe in Norwegen. 400 norwegische Unternehmen beschäftigen in Polen etwa 20.000 Arbeitnehmer. Im ersten Halbjahr 2025 wird Polen die EU-Ratspräsidentschaft innehaben. „Der gute Kontakt zu Polen wird besonders wichtig sein, wenn Polen nun den EU-Vorsitz übernimmt“, erklärte der Außenminister. Die norwegisch-polnischen Beziehungen seien absolut solide.

Der Außenminister am Denkmal für den Aufstand im Warschauer Ghetto 1943.©Mathias Rongved, Foreign Affairs.

Eide nahm gemeinsam mit Vertretern des norwegischen Justizministeriums, der Polizeidirektion und der Direktion für kommunale Sicherheit und Notfallvorsorge an einer Konferenz des polnischen Innenministeriums zu EWR-Fonds teil. Polen ist der größte Empfänger von Mitteln, die der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) für eine stärkere Solidarität und Kohäsion in Europa bereitstellt. Im Zeitraum 2014 bis 2021 erhielt Polen über 800 Millionen Euro aus EWR-Mitteln. Bis 2028 wurden rund 925 Millionen Euro zurückgestellt. 

Das übergeordnete Ziel der EWR-Mittel besteht darin, zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung in Polen beizutragen und die norwegisch-polnische Zusammenarbeit zu stärken. Die Zusammenarbeit sei breit gefächert und der grüne Wandel, die Forschung und der Justizsektor seien Beispiele für wichtige Bereiche der Zusammenarbeit, teilt das Außenministerium mit.

Während des Besuchs legte der Außenminister einen Kranz am Denkmal für den Ghettoaufstand von 1943 nieder. Außerdem besuchte er Polin, das Museum der polnischen Juden. Das Denkmal ehrt diejenigen, die im April und Mai 1943 gegen die Nazi-Besatzung kämpften. Durch die EWR-Mittel hat Norwegen einen wichtigen Beitrag zu Polin geleistet. 

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