Oslo, 16. August 2024. Aufgrund der Entscheidung der Regierung Netanjahu, die Vertretung Norwegens bei der Palästinensischen Autonomiebehörde nicht länger zu ermöglichen, hat Norwegen sein Repräsentanzbüro in Al Ram in Palästina geschlossen. „Wir halten die Entscheidung der Netanjahu-Regierung für extrem und unvernünftig. Diese Entscheidung zielt auf die Palästinenser und die Palästinensische Autonomiebehörde sowie auf alle ab, die das Völkerrecht, die Zweistaatenlösung und das legitime Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung verteidigen“, sagt der norwegische Außenminister Espen Barth Eide. Norwegen werde die Palästinensische Autonomiebehörde und das palästinensische Volk weiterhin mit aller Kraft unterstützen.
Seit mehr als 30 Jahren würden Norwegen und die Repräsentanz an einer Zweistaatenlösung, am Frieden zwischen Israel und Palästina und am Aufbau palästinensischer Institutionen arbeiten, heißt es in einer Pressemitteilung. Norwegen werde sein Möglichstes tun, um sicherzustellen, dass die Arbeit für Palästina und einen lebensfähigen palästinensischen Staat nicht beeinträchtigt wird.
Am Donnerstag sprach der Außenministeri mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Mohammad Mustafa über das weitere Vorgehen.
Norwegen habe von vielen Ländern starke Unterstützung erhalten, nachdem die Netanjahu-Regierung norwegische Diplomaten faktisch aus Palästina ausgewiesen hatte. Unter anderem haben die USA, die EU, Deutschland, Großbritannien und Frankreich deswegen bei Israel protestiert.
„Wir sind dankbar für die Unterstützung, die wir in der vergangenen Woche von einer Reihe wichtiger Länder erhalten haben. Wir freuen uns darauf, unsere Zusammenarbeit für einen lebensfähigen palästinensischen Staat und eine nachhaltige Zweistaatenlösung fortzusetzen“, sagt der Außenminister. Norwegen sei ein Freund Israels und des israelischen Volkes. Norwegen haben den Terroranschlag der Hamas gegen Israel am 7. Oktober letzten Jahres aufs Schärfste verurteilt. Das Land habe klar zum Ausdruck gebracht, dass die Geiseln sofort freigelassen werden müssen und dass ein Waffenstillstand dringender denn je sei. Derzeit finden in Doha wichtige Verhandlungen über einen Waffenstillstand und die Freilassung der Geiseln statt. Es sei höchste Zeit, dass diese Einigung erzielt werde.
