Schlagwort: Jernbanerevolusion

„Buss for tog“ als einfachste Lösung

Ein Kommentar von Jürg Streuli, Fachjournalist

Die extreme Deregulierung der Eisenbahn hat in Norwegen zum Desaster geführt. Der Verkehrsminister verspricht Verbesserungen ab dem Jahr 2028.©Vy

Oslo, 13. Januar 2025. Vor 20 Jahren ist der Autor dieser Zeilen mit seinem Patenkind aus Sarpsborg mit den Norges Statsbaner (NSB) kreuz und quer durch das schöne Land gefahren und hat in den Zügen fast pausenlos Geschichten vorgelesen. Bei keiner dieser Reisen nach Stavanger, Bergen, Trondheim und Bodø sind größere Probleme und Verspätungen aufgetreten. Davon können die heutigen Fahrgäste nur noch träumen. Seit der von der Regierung Erna Solberg losgetretenen „Jernbanerevolusion“ und der Zerschlagung der NSB in über zehn Gesellschaften fehlt es bei der norwegischen Eisenbahn an Kompetenz und Motivation. Dabei wurden in den letzten zehn Jahren massive Investitionen in die Infrastruktur getätigt: Auf der Dovrebanen entlang des Mjøsa sjø sowie auf der Vestfoldbanen wurden Doppelspuren eröffnet. In Oslo wurde eine der modernsten Fernsteuerzentralen in Europa in Betrieb genommen. Von Stadler Rail wurden 150 neue Flirt-Züge beschafft. Doch als historischer Tiefpunkt ereignete sich am 25. Dezember 2024 der Super-Gau. Im ganzen Land wurde am ersten Weihnachtsfeiertag der Zugsverkehr von 8 bis 21 Uhr komplett eingestellt.

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Eine Fahrt mit dem Arctic Train auf der nördlichsten Bahn Norwegens