Oslo, 4. September 2025. Finnland und Norwegen wollen im Bereich Kohlendioxidabspaltung- und -speicherung (CCS) zusammenarbeiten. Finnische Unternehmen sollen die Möglichkeit erhalten, CO2 von Finnland nach Norwegen zu transportieren und dort unter dem Meeresboden zu lagern. Die Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens erfolgte im Rahmen des informellen Treffens der EU-Energieminister in Kopenhagen. Die Absichtserklärung wurde von der finnischen Klima- und Umweltministerin Sari Multala und Staatssekretärin Astrid Bergmål im norwegischen Energieministerium unterzeichnet.
Berlin, 8. Oktober 2024. Am 26. September wurde die erste kommerzielle grenzüberschreitende CO2-Transport- und -Speicheranlage im norwegischen Øygarden fertiggestellt. Hier können in einer ersten Phase jährlich 1,5 Millionen Tonnen CO2 gespeichert werden. Für das erste Jahr ist die Anlage bereits ausgebucht. Unternehmen aus mehrerem europäischen Ländern haben sich bereits Kapazitäten gesichert. Im April dieses Jahres hat Norwegen Abkommen über den grenzüberschreitenden Transport von CO2 mit Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Belgien unterzeichnet. Deutschland ist nicht dabei. Die Bundesregierung lässt sich unendlich viel Zeit mit der Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen zur Speicherung, zum Transport und zum Export von Kohlendioxid. Am 27. September wurde von der Regierung nun der Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes zur ersten Lesung in den Bundestag eingebracht. Vom Kohlendioxid-Export ist darin nicht die Rede. Bereits zum zweiten Mal legte dagegen die Unionsfraktion einen Gesetzentwurf zu einem CO2-Export-Ermöglichungsgesetzes vor – in der Gewissheit, dass er im Parlament wieder scheitern wird.
Oslo, 6. Juni 2024. Das norwegische Energieministerium hat drei weitere Gebiete zur CO2-Speicherung unter dem Meeresboden freigegeben. Sie umfassen definierte Blöcke in der Nordsee. Damit lädt das Land bereits zum siebten Mal zu einer Ausschreibung zur CO2-Speicherung auf dem norwegischen Festlandsockel ein. Die Bewerbungsfrist endet am 29. August 2024, 12.00 Uhr. Der vollständige Ankündigungstext und weitere Informationen (aktualisierte Karte, Koordinaten der angekündigten Gebiete, HSE-, Umwelt- und Fischereibedingungen usw.) sind auf der Website der norwegischen Offshore-Direktion verfügbar.
Berlin, 29. Mai 2024. Die Bundesregierung hat am 29. Mai die Eckpunkte für eine Carbon Management-Strategie (CMS) und einen darauf basierenden Gesetzentwurf zur Änderung des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes beschlossen. Demnach sollen die Anwendung von CCS und CCU sowie der Transport und die Speicherung von CO₂ unter dem Meeresboden innerhalb der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone ermöglicht werden. Meeresschutzgebiete werden von der CO₂-Speicherung ausgeschlossen. Staatliche Förderung für CCS/CCU soll es nur auf schwer oder nicht vermeidbare Emissionen geben wie in der Zementindustrie oder der Abfallwirtschaft. Damit werde auch klargestellt, dass für CCS/CCU-Anwendungen an mit fossilen Energieträgern betriebenen Kraftwerken keine Förderung erfolgt. Auch soll die Änderung des London-Protokoll ratifiziert werden, die einen Transport und eine Speicherung von CO2 ins Ausland erlaubt. Weitere Angaben hierzu sind allerdings in den Dokumenten nicht zu finden, zumal der Ratifizierung des London Protokolls noch bilaterale Verträge zum grenzüberschreitenden Transport folgen müssen. Sowohl die Carbon Management-Strategie als auch der Entwurf des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes müssen vom Bundestag verabschiedet werden. Der Bundesrat muss zustimmen.
Oslo, 14. Mai 2024. Norwegens Energieminister Terje Aaslandund der Schweizer Minister für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, Albert Rösti, haben während eines Videotreffens eine Absichtserklärung zur Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) sowie Kohlenstoffentfernung (CDR) zwischen Norwegen und der Schweiz unterzeichnet. Die Schweizer Botschafterin in Norwegen, Nathalie Marti, war zusammen mit dem Energieminister anwesend und unterzeichnete die Erklärung im Namen der Schweiz.
Oslo, 6. Februar 2023. Das norwegische Unternehmen Aker Carbon Capture Norway AS, einer der führenden Anbieter von CO2-Abscheidungstechnologie, hat den Zuschlag für eine Machbarkeitsstudie für die Entwicklung von zwei CO2-Abscheidungsanlagen für das Chemieunternehmen Röhm GmbH, Darmstadt, erhalten. Mit diesen Anlagen sollen jährlich fast 500.000 Tonnen CO2 abgeschieden werden. Die Machbarkeitsstudie umfasst die CO2-Abscheidung in den wichtigsten Produktionsregionen von Röhm in Deutschland. Eine bereits abgeschlossene Vorstudie hat gezeigt, dass möglicherweise störende Bestandteile im Rauchgas für die Betriebseinheiten wie SO2 und NOx keine technische Einschränkung für die Anwendung der Abscheidungstechnologie von Aker Carbon Capture darstellen.
Berlin, 17. Januar 2023. Deutschland sollte schnellstmöglich die gesetzlichen Hürden für den Transport von Kohlendioxidden beseitigen, damit deutsche Industrieunternehmen abgeschiedenes CO2 zur Lagerung unter dem Meeresboden ins Ausland bringen können. Klaus Langemann, SVP Carbon Management und Hydrogen bei Wintershall Dea, forderte die deutschen Gesetzgeber am 17. Januar auf dem Handelsblatt Energiegipfel in Berlin auf, endlich den geänderten Artikel 6 des London-Protokolls zu ratifizieren und damit die Voraussetzungen für den Transport von CO2 in Nachbarländer zu schaffen. Zudem müssten bilaterale Abkommen mit CO2-Empfängerländern abgeschlossen werden. Dänemark und Belgien haben im Oktober 2022 ein solches Abkommen geschlossen. Diesem Beispiel soll Deutschland folgen, um als Industriestandort wettbewerbsfähig zu bleiben. In einer Pressemitteilung wies Wintershall Dea darauf hin, dass der Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2022 zwar gesunken sei, die Emissionen aber trotzdem gestiegen sind.
Oslo, 3. Januar 2022. Das norwegische Unternehmen Aker Carbon Capture hat eine Absichtserklärung für die Lieferung von zwei Abscheidungseinheiten für einen nicht genannten europäischen Kunden unterzeichnet. Beide Einheiten werden Teil eines Projekts mit einer Abscheidungskapazität von 200.000 Tonnen CO2 pro Jahr sein. Die endgültige Investitionsentscheidung wird im zweiten Quartal 2023 erwartet.
Oslo, 23. Dezember 2022. Der deutsche Vizekanzler Robert Habeck wird am 5. und 6. Januar 2023 Norwegen besuchen. Habeck wird unter anderem mit Norwegens Ministerpräsidenten und mehreren Ministern über die norwegisch-deutsche Industrie- und Energiekooperation sprechen, an der Jahreskonferenz des Unternehmerverbandes NHO teilnehmen und Unternehmen in Brevik und im Industriepark Herøya besuchen.
Berlin, 21. Dezember 2022. Die Bundesregierung hat am 21. Dezember den Evaluierungsbericht zum Kohlendioxid-Speicherungsgesetz (KSpG) beschlossen. Der Bericht stellt den technischen Fortschritt, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und den potenziellen Beitrag der Kohlendioxid-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage – CCS) für den Klimaschutz dar. Erfahrungen aus Norwegen spielen in dem Bericht eine große Rolle.
Kassel/Hamburg, 1. Dezember 2022. Das Öl- und Gasunternehmen Wintershall Dea baut seine Aktivitäten zur langfristigen und sicheren, unterirdischen Einlagerung von CO2 offshore in Dänemark weiter aus. Am 1. Dezember 2022 hat das Unternehmen, zusammen mit weiteren Firmen, eine Vereinbarung zur gemeinsamen Verfolgung und Entwicklung des Konzeptes „Greenport Scandinavia“ unterzeichnet. Gemeinsam beabsichtigen die Unternehmen, einen CO2-Hub nahe Hirtshals an der dänischen Nordseeküste aufzubauen. Unter anderem soll der Hub an die Wertschöpfungskette des Project CCS-Project Greensand angeschlossen werden, bei dem Wintershall Dea eine Schlüsselrolle spielt. Das Unternehmen ist im Bereich CCS auch in Norwegen engagiert.
Dalian, 21. November 2022. Mit der offiziellen Stahlschneidezeremonie bei Dalian Shipbuilding Industry Co., Ltd. in China startete am 21. November der Bau der beiden ersten Schiffe, die verflüssigtes Kohlendioxid transportieren werden. Auftraggeber ist das norwegische Unternehmen Northern Lights, ein im März 2021 gegründetes Joint Venture zwischen Equinor, Shell und TotalEnergies. Die beiden 7.500 Kubikmeter großen Schiffe sollen 2024 ausgeliefert werden.
Oslo, 2. November 2022. Das Ministerium für Erdöl und Energie hat einen weiteren Bereich zur CO2-Speicherung gemäß der CO2-Speicherverordnung bekannt gegeben. Dieses Gebiet umfasst definierte Blöcke in der Nordsee. Dies ist bereits das fünfte Mal, dass sich Unternehmen um eine Lizenz für die CO2-Speicherung auf dem norwegischen Festlandsockel bewerben können. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 3. Januar 2023, 12:00 Uhr.
Trondheim, 5. Oktober 2022. Die Europäische Union hat ein neues Projekt gestartet, das dazu beitragen soll, die CO2-Emissionen von Industrieclustern und -zentren in Europa durch Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung (CCUS) zu reduzieren. CCUS ZEN (Zero Emission Network) soll durch den Aufbau von Netzwerken und den Austausch von Wissen und Erfahrungen über CCUS zur Reduzierung der CO2 -Emissionen von Industrieclustern und -zentren in Europa beizutragen. CCUS ZEN wurde offiziell am 1. September bei einer zweitägigen Veranstaltung eingeführt, die von einem der Partner, Technip Energies, veranstaltet wurde. Es wird von der EU-Initiative Horizon Europe finanziert und hat eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren. Das Projekt umfasst 14 Partner und rund 60 Netzwerkpartner aus acht EU-Mitgliedstaaten. Das norwegische Forschungsinstitut SINTEF ist Koordinator sowohl für das Projekt als auch für das Netzwerk.