Turbulenzen um Direktvergabe der Sørlandsbanen

©Sørlandsbanen

Oslo, 29. September 2026. Ein Untersuchungsbericht des staatlichen Fahrzeugverwalters Norske tog hat im November 2025 gravierende Mängel der Züge von Go-Ahead auf der Sørlandsbanen offen gelegt. BusinessPortal Norwegen hat darüber berichtet. Angesichts solcher Zustände hat die Regierung beschlossen, dass die staatliche Vy (ehemals NSB) die betroffenen Linien nach Vertragsablauf im Dezember 2027 ohne Ausschreibung übernimmt. Darauf hat die europäische Überwachungsbehörde ESA dem EWR-Mitglied Norwegen mit einem Verfahren am Europäischen Gerichtshof gedroht.

Das norwegische Verkehrsministerium argumentiert, alle Eisenbahnpakete müssten insgesamt geprüft und umstrukturiert werden, bevor neue langfristige Vereinbarungen abgeschlossen werden. Die befristete Vereinbarung mit Vy soll 2029 gleichzeitig mit den anderen Verkehrspaketen auslaufen. Nun hat die neue Verkehrsministerin Kamzy Gunaratnam mitgeteilt, dass in diesem Fall eine Ausnahmegenehmigung erreicht werden konnte und Vy die Sørlandbanen und Arendalsbanen wie beabsichtigt von Go Ahead ohne Ausschreibung übernehmen kann.

Die Züge des englischen Eisenbahnbetreibers verkehren von Oslo nach Stavanger und auf der Arendalsbanen von Nelaug nach Arendal mit der Marketing-Bezeichnung als „Sørtoget“. Der Abschnitt von Stavanger bis Egersund wird als Jærbanen bezeichnet. 

Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@hispeed.ch

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

Eine Fahrt mit dem Arctic Train auf der nördlichsten Bahn Norwegens