Gassco: Norwegisches Gastransportsystem bestens für hohe Gaslieferungen nach Europa gerüstet

Am Gasterminal in Emden werden Druck und Temperatur des Gases reguliert, bevor es eine Anlage zur Schwefelwasserstoff-Entfernung (H₂S) durchläuft. Gasmessung und Qualitätskontrolle erfolgen, bevor das Gas vom Terminal an nachgelagerte Transportunternehmen geliefert wird.©Haakon Nordvik/Gassco

Oslo, 1. Oktober 2026. Der Oktober markiert in Norwegen den Beginn des neuen Gasjahres und die Hochsaison für Gaslieferungen nach Europa. Dies ist der Startpunkt für die Planung und Überwachung der Gasversorgung während der Zeit des höchsten Energiebedarfs. Wie der norwegische Netzbetreiber Gassco AS mitteilt, ist das norwegische Gastransportsystem bestens für hohe Gaslieferungen während des gesamten Winters gerüstet.

Zu Beginn des diesjährigen Winters steht Europa vor einem anspruchsvolleren Energiemarkt als üblich, heißt es in einer Pressemistteilung. Trotz hoher und stabiler Lieferungen vom norwegischen Festlandsockel während des Sommers haben die gestiegene geopolitische Unsicherheit und die Unruhen im Nahen Osten zu geringeren Gasvorräten und höheren Gaspreisen als im gleichen Zeitraum der letzten Jahre beigetragen.

Norwegisches Gas spielt eine zentrale Rolle in der Energieversorgung von Millionen Menschen und großen Teilen der europäischen Industrie. „Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass das Transportsystem das ganze Jahr über sicher, effizient und zuverlässig funktioniert“, so Alfred Skår Hansen, Leiter Systembetrieb bei Gassco.

Jeden Sommer werden auf dem norwegischen Kontinentalschelf umfangreiche planmäßige Wartungsarbeiten durchgeführt. Diese Arbeiten werden von Gassco koordiniert und optimiert. Sie sind entscheidend für die Aufrechterhaltung eines sicheren Betriebs, hoher Pünktlichkeit und guter Lieferkapazität während der Wintermonate.

Das diesjährige Wartungsprogramm hat zu weniger und kürzeren Produktionsausfällen als in den Vorjahren geführt. Die Arbeiten wurden planmäßig und mit geringen Auswirkungen auf die Kapazität des Gastransportsystems durchgeführt.

„Die Instandhaltungsarbeiten sind eine wichtige Investition in die Versorgungssicherheit. Da wir nun mit abgeschlossenen Instandhaltungsarbeiten und einem gut funktionierenden Transportsystem in die Wintersaison starten, ist der norwegische Kontinentalschelf bestens gerüstet, um die Nachfrage aus Europa zu decken“, sagt Hansen.

Norwegen ist der größte Erdgaslieferant Europas. Norwegisches Gas deckt 30 Prozent des Importbedarfs und neun Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Europa.

In den letzten Jahren hat die Energieinfrastruktur eine deutlich stärkere sicherheitspolitische Bedeutung erlangt. Die Sabotage der Nord-Stream-Pipelines, der Krieg in der Ukraine und die zunehmenden geopolitischen Spannungen haben zu einem komplexeren Bedrohungsbild für die europäische Energieversorgung beigetragen, teilt Gassco mit. Das Unternehmen arbeitet eng mit Behörden, Betreibergesellschaften und anderen relevanten Akteuren zur Sicherung einer stabilen Energieversorgung zusammen.

„Die Bedrohungslandschaft hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Deshalb verstärken wir kontinuierlich sowohl die physische Sicherheit als auch die Cybersicherheit. Gleichzeitig trainieren wir regelmäßig den Umgang mit verschiedenen Vorfällen, um unsere Einsatzbereitschaft zu verbessern und sicherzustellen, dass wir auch in unvorhersehbareren Zeiten einen robusten und zuverlässigen Betrieb aufrechterhalten können“, so Hansen.

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