FLIRT Nordic Express auf der Innotrans: Neue Standards im norwegischen Fernverkehr

Jeder will ihn sehen: Der FLIRT Nordic Express diese Woche auf der InnoTrans in Berlin.©Stadler

Berlin, 23. September 2026. Auf der InnoTrans in Berlin haben der Schweizer Bahnkonzern Stadler Rail AG und Norske tog, Besitzer und Betreiber der Fahrzeuge für den Personenzugverkehr in Norwegen, den FLIRT Nordic Express präsentiert. Am Mittwoch, 23. September konnten erstmals vier der acht Wagen des Zuges in Originalgröße besichtigt werden. Die Schlafwagen befinden sich noch in der Produktion und sind daher nicht Teil der Ausstellung. Die gemeinsam entwickelte Fahrzeuggeneration wurde speziell für die Anforderungen des norwegischen Fernverkehrs gebaut. Mit den FLIRT Nordic Express wollen Stadler und Norske tog neue Maßstäbe im norwegischen Fernverkehr setzen, wo Reisen bis zu neun Stunden dauern können.

Norske tog hat bisher 17 Triebzüge bei Stadler bestellt und eine Option auf insgesamt 50 weitere Triebzüge. Auf den elektrifizierten Streckenabschnitten werden Elektrozüge eingesetzt, die für Geschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde ausgelegt sind. Für die Nordlandsbahn wurden bimodale Züge bestellt, die sowohl elektrisch als auch mit Dieselantrieb betrieben werden können und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde erreichen.

Der Auftrag des Käufers Norske tog an Stadler bestand darin, nicht einfach einen neuen Zug zu entwickeln, sondern ein neues Reiseerlebnis für den norwegischen Fernverkehr zu schaffen. „Das Fahrzeug vereint unsere langjährige Erfahrung in Norwegen mit innovativen technischen Lösungen und einem klaren Fokus auf die Bedürfnisse der Fahrgäste“, sagt Dr. Ansgar Brockmeyer, Head of Marketing & Sales und Stellvertreter Group CEO von Stadler.

Zugabteil der 1. Klasse©Stadler

Ein wesentliches Merkmal des neuen Zuges ist sein innovatives Fahrzeugkonzept. Während Fernverkehrszüge in Norwegen bislang überwiegend als lokbespannte Wagenzüge verkehren, kombiniert der FLIRT Nordic Express die Vorteile eines modernen Triebzugs mit der Flexibilität klassischer Fernverkehrszüge. Je nach Strecke, Kapazitätsbedarf und saisonalen Anforderungen können verschiedene Wagenmodule flexibel kombiniert werden. So lassen sich die Fahrzeuge an unterschiedliche Einsatzszenarien anpassen und gleichzeitig als standardisierte Flotte betreiben.

Der FLIRT Nordic Express wurde für Temperaturen von minus 40 bis plus 35 Grad Celsius ausgelegt und verfügt über zahlreiche Schutzmaßnahmen gegen Schnee, Eis und extreme Witterungseinflüsse wie beispielsweise Schneepflüge und beheizte Trittstufen. Diese Lösungen basieren auf der langjährigen Erfahrung Stadlers in Skandinavien, teilt das Unternehmen mit. Bereits heute sind rund 150 FLIRT-Züge von Stadler in Norwegen im Einsatz. Darüber hinaus verfügt Stadler über umfangreiche Betriebserfahrung auf norwegischen Bahnstrecken, unter anderem mit den EuroDual-Lokomotiven im Erzverkehr für Rana Gruber in der Region Mo i Rana auf der Nordlandsbanen.

Die neuen Fernzüge heißen FLIRT Nordic Express oder kurz FLIRT NEX. Sie sind eine Weiterentwicklung des meistverkauften Zuges von Stadler, FLIRT. Foto: StadlerZugabteil der 2. Klasse©Stadler

Besonderes Augenmerk wurde auf den Reisekomfort gelegt. Die neue Flotte bietet unterschiedliche Reisekonzepte für Tages- und Nachtverbindungen. Dazu gehören Schlafabteile, komfortable Ruhesessel für Nachtreisen, Business-Bereiche, Familienzonen mit Kinderspielbereichen sowie großzügige Aufenthalts- und Gastronomiebereiche. Das Design und die Innenraumgestaltung entstanden in enger Zusammenarbeit mit Norske tog. Die Anforderungen des Betreibers und die Bedürfnisse zukünftiger Fahrgäste flossen direkt in die Entwicklung ein. „Unser Ziel war es, einen Zug zu entwickeln, dem die Menschen vertrauen und in dem sie gerne reisen. Die Reise selbst soll Teil des Erlebnisses werden“, sagt Øystein Risan, CEO von Norske tog.

Der erste Fernzug ​​durchläuft gegenwärtig ein umfangreiches Testprogramm auf dem Eisenbahnversuchsring in Velim in Tschechien. Hier wird der Zug erstmals mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde fahren. Im kommenden Jahr werden die Tests nach Norwegen verlegt, wo sich dann zeigen wird, wie sich der Zug auf den Gleisen in Norwegen bewährt. 2028 sollen die ersten Züge auf der Strecke zwischen Oslo und Bergen rollen –14 Monate später als im Vertrag vorgesehen. Anschließend soll die neue Flotte schrittweise auf weiteren wichtigen Fernverkehrsstrecken des Landes eingeführt werden. Bis Ende 2029 sollen alle Züge in Betrieb sein.

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