
Oslo, 14. September 2026. Um ein stärkeres Verbrauchswachstum in Nordnorwegen zu ermöglichen, will der norwegische Netzbetreiber Statnett die derzeitige Verbindung zwischen Helgeland und Schweden durch eine 420-kV-Verbindung ersetzen. Eine entsprechende Konzeptanalyse für Helgeland-Schweden hat das Unternehmen jetzt vorgelegt. Sie soll die Grundlage für das weitere Verfahren bilden.
Statnett misst dem Ausbau der Versorgungskapazität in Nordnorwegen hohe Priorität bei, um mehr Verbraucher anschließen zu können. Die Modernisierung der Verbindung Helgeland-Schweden sei die effektivste Maßnahme, um die Versorgungskapazität zu erhöhen und mehr Verbraucher in ganz Nordnorwegen anzuschließen, erklärt Elisabeth Vike Vardheim, CEO von Statnett. Der Ausbau der Kapazitäten zwischen Norwegen und Schweden bilde die Grundlage für alle neuen Maßnahmen zur Stärkung der Nord-Süd-Kapazitäten in der Region.
Eine neue 420-kV-Verbindung zwischen Helgeland und Schweden soll auch zu niedrigeren Strompreisen beitragen. Darüber hinaus werden die Auslastung der Kraftwerke verbessert und die Preisunterschiede innerhalb Norwegens verringert. „Dies ist ein bedeutender sozioökonomischer Vorteil, der für uns ein wichtiger Grund ist, das Projekt voranzutreiben“, so Vardheim.
In der vorangegangenen Konzeptstudie für Helgeland (2024) berechnete Statnett, dass eine verbesserte Verbindung zwischen Helgeland und Schweden einen weiteren Anstieg des Stromverbrauchs um 700 MW ermöglichen würde. 700 MW entsprechen einem Verbrauchswachstum von etwa 25 Prozent im Vergleich zum aktuellen Verbrauch in Nordnorwegen.
Die Stromleitung zwischen Helgeland und Schweden verläuft derzeit von Nedre Røssåga in der Gemeinde Hemnes in Helgeland über Gejmån und Ajaure nach Grundfors in Schweden. Die Verbindung hat aktuell eine Spannung von 220 kV und ist 230 Kilometer lang. Die Leitung wurde 1965 in Betrieb genommen. Die neue Leitung wird die alte ersetzen.
Wie Statnett weiter mitteilt, führte das Unternehmen auch ein Gespräch mit der Rentierzuchtbranche, die eine Abschätzung der Folgen beider möglichen Anschlusspunkte wünscht.
