
Rovaniemi, 13. September 2026. Die EU wird im Herbst eine neue Arktisstrategie vorlegen, die den heutigen Sicherheitsanforderungen und geopolitischen Veränderungen gerecht werden soll. Norwegen beteiligt sich als Nicht-EU-Land aktiv an diesem Prozess. Beim europäischen Arktisgipfel in der finnischen Stadt Rovaniemi hob Ministerpräsident Jonas Gahr Støre die Bedeutung Norwegens für die Entwicklung der Arktis hervor. Støre nahm an einem Arbeitsessen im Rahmen des Gipfels teil.
Norwegen ist seit Langem eine treibende Kraft für mehr Wissen, Zusammenarbeit und Sicherheit im Norden, teilt die norwegische Regierung mit. Dies ist angesichts der geopolitischen Lage, der norwegischen Sicherheitslage und des Klimawandels, der in der Arktis schneller voranschreitet als irgendwo sonst auf der Welt, wichtiger denn je. Seit Jahrzehnten verfügt Norwegen über ein einzigartiges Verständnis der Situation im Hohen Norden. „Wir sind führend im Wissen über die Polarregionen. Es liegt in unserem gemeinsamen Interesse, die enge Zusammenarbeit mit der EU und wichtigen europäischen Partnern in der Arktis weiter auszubauen,“ erklärte Ministerpräsident Jonas Gahr Støre
In Finnland traf sich Støre ebenfalls zu einem Gespräch mit der isländischen Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir. Hauptthema des Gesprächs war das Verhältnis zur EU und die Bedeutung der Sicherung des EWR-Abkommens..
„Wir pflegen enge und gute Beziehungen zu Island, und eine enge Zusammenarbeit in EU- und EWR-Fragen ist uns sehr wichtig. Als zwei arktische und europäische Länder, die zwar nicht der EU angehören, aber Teil des Binnenmarktes sind, haben wir ein starkes gemeinsames Interesse an einer engen Kooperation in unseren Beziehungen zur EU. Das EWR-Abkommen ist entscheidend für die Wahrung norwegischer Interessen, wie beispielsweise den Marktzugang für unsere Exportunternehmen und die Beteiligung an der europäischen Zusammenarbeit in mehreren wichtigen Sektoren“, so der Premierminister.
Bei der Pressekonferenz zum Abschluss des zweitägigen EU-Arktis-Gipfels bekräftigte Bundeskanzler Merz die Relevanz des hohen Nordens für die Sicherheit des gesamten europäischen Kontinents. Angesichts russischer Aggressionen in Europa müssten die Partner mit Einheit und Stärke reagieren. Die Arktis biete aber auch wichtige wirtschaftliche Chancen, so Kanzler Merz.
Bei dem Treffen handelte es sich nicht um einen regulären EU-Gipfel aller 27 Mitgliedstaaten, sondern um ein Treffen von EU-Staats- und Regierungschefs sowie EU-Vertretern mit den Regierungschefs Norwegens und Islands.
Inwieweit die Frage des Moratoriums für die Öl- und Gasexploration in der Arktis bei dem Treffen eine Rolle spielte, ist nicht bekannt. Wie Euronews mitteilte, soll am 20. Oktober entschieden werden, ob das Moratorium in der neuen Arktis-Strategie einfließen wird. Der deutsche Bundeskanzler bezeichnete Rohstoffe, Energie, Transport- und Seewege sowie die Weltraumkapazitäten der Arktisregion bei der abschließenden Pressekonferenz als zukunftsträchtige Wirtschaftsfelder.
