
Oslo, 26. Juni 2026. Der norwegische Baukonzern AF Gruppen hat von der norwegischen Küstenverwaltung Kysterket den Auftrag zum Bau des Stad-Schiffstunnels erhalten. Der Vertrag für die schlüsselfertige Errichtung hat einen Wert von ca. 5,6 Milliarden NOK (ohne MwSt.). Es handelt sich um einen Generalunternehmervertrag. Das bedeutet, dass der Auftragnehmer sowohl für die Planung als auch für den Bau des Stad-Schiffstunnels verantwortlich sein wird. Der Vertrag soll im August unterzeichnet werden. AF Gruppen erhielt den Zuschlag nach einem umfangreichen Ausschreibungsverfahren, an dem drei Bieter in der letzten Runde teilnahmen. Baubeginn ist für Anfang 2027 geplant.
„Wir hatten das Glück, kompetente und engagierte Bieter im Wettbewerb zu haben. Die finalen Angebote gingen im April ein, und nach einer Bewertung stellte sich heraus, dass AF Gruppen das beste Angebot abgegeben hatte. Wir freuen uns nun auf eine gute Zusammenarbeit mit einem erfahrenen norwegischen Bauunternehmen bei der Umsetzung dieses historischen Projekts“, sagt Küstendirektor Einar Vik Arset.
Der Vertrag umfasst den Bau eines 1.700 Meter langen Schiffstunnels durch die Halbinsel Stad, von Kjødepollen im Vanylvsfjorden bis zum Moldefjorden bei Selje. Der Tunnel wird 50 Meter hoch und 36 Meter breit sein. Zu den Arbeiten gehören auch der Bau von Eingangs- und Führungsstrukturen, die Entwicklung von Industriegebieten an den Tunnelportalen, der Transport von Gesteinsmassen zu externen Abnehmern, die Sicherung, Abstützung und technische Installationen im Tunnel sowie die Vertiefung des Schifffahrtskanals im Salta-Sund bei Selje.
Bevor der Bauunternehmer mit den eigentlichen Tunnelarbeiten beginnt, durchlaufen die Beteiligten eine Kooperationsphase, teilt die Küstenverwaltung mit. Ziel ist es, den Baubeginn vorzubereiten, gute Kooperationsabläufe zu etablieren und potenzielle Herausforderungen vor Baubeginn zu klären.
Bis zum Baustart sind vorbereitende Maßnahmen erforderlich wie die Errichtung von Büro- und Wohngebäuden, Anpassungen bestehender Straßen und der Bau von Baustellenstraßen. „Wir werden diesen Sommer außerdem zwei Unteraufträge vergeben: einen für die Verlegung von Wasserleitungen und einen für den Abriss von Gebäuden, die dem Schiffstunnel im Wege stehen“, so Harald Inge Johnsen, Projektleiter des Stad-Schiffstunnels.
Am Freitag, dem 19. Juni, hatte das norwegische Parlament, Storting, einen neuen Kostenrahmen (P85) für den Stad-Schifftunnel verabschiedet. Die neuen Kosten belaufen sich auf 8.588 Millionen NOK.
Nach der Entscheidung des Storting hat die norwegische Küstenverwaltung ein neues Auftrags- und Vergabeschreiben des Ministeriums für Handel, Industrie und Fischerei erhalten. Dies gibt der norwegischen Küstenverwaltung die Grundlage für den zu unterzeichnenden Vertrag.
