Norwegischer maritimer Softwareanbieter UniSea übernimmt Berliner KI-Unternehmen Kaiko Systems

Von links nach rechts: Eddy del Valle Pino, Mitgründer und CTO von Kaiko Systems; Fabian Fussek, Mitgründer und CEO von Kaiko; Kurt Roar Vilhelmsen, Gründer und CEO von UniSea; und Jørgen Møinichen, Direktor bei Adelis Equity.©Moment Studio

Oslo, 8. Juni 2026. Der norwegische maritime Softwareanbieter UniSea hat das deutsche maritime Softwareunternehmen Kaiko Systems übernommen. UniSea erweitert damit sein Fleet Management System (FMS) um KI-gestützte Werkzeuge für die Inspektionsvorbereitung. Damit entsteht eine internationale maritime Technologiegruppe, die weltweit mehr als 4.000 Schiffe unterstützt wird, teilt das Unternehmen mit.

UniSeas Plattform für HSEQ (Health, Safety, Environment and Quality), Instandhaltung, Beschaffung und Dockmanagement unterstützt gegenwärtig mehr als 3.000 Schiffe. Kaiko Systems liefert spezialisierte, KI-gestützte Werkzeuge für Schiffsinspektionen, SIRE 2.0-Selbstbewertungen und die Vorbereitung auf Hafenstaatkontrollen. Kaikos Lösung ist auf über 1.000 Schiffen bei führenden Schiffsmanagement-Unternehmen im Einsatz, darunter Columbia Group und OSM Thome, sowie in Tanker-, Bulk-, Container- und gemischten Flotten.

„Diese Übernahme stärkt unsere Position und erweitert das FMS-Portfolio, während wir zugleich den kundengetriebenen, spezialisierten Ansatz beibehalten, der uns hierhergebracht hat“, sagt Kurt Roar Vilhelmsen, Gründer und CEO von UniSea. „Kaiko bringt umfassende Inspektionskompetenz für den operativen Alltag in die Gruppe ein und ist der natürliche nächste Schritt in UniSeas Entwicklung vom HSEQ-Spezialisten zum Anbieter einer umfassenden FMS-Plattform.“

Kaiko Systems wurde 2020 in Berlin von Fabian Fussek und Eddy del Valle gegründet. Das Unternehmen hat sich mit seiner Mobile-First-SaaS-Plattform als Anbieter für digitale Schiffsinspektionen, strukturierte Zustandsdaten und intelligente Automatisierung entlang des gesamten Inspektionsverlaufs etabliert. Die Plattform unterstützt maritime Crews bei der Vorbereitung auf verpflichtende Inspektionen, bei visuellen Inspektionen von Rumpf und Ausrüstung sowie bei der standardisierten Berichterstattung. Ergänzende Module helfen dabei, den Zustand des Schiffs zu verfolgen und den manuellen Aufwand an Bord zu reduzieren.


Finanziert wurde die hundertprozentige Übernahme durch eine bedeutende Kapitalzufuhr von Adelis Equity in die Gruppe. Adelis ist seit 2022 Mehrheitsgesellschafter von UniSea. Vor der Übernahme hatte Kaiko Systems insgesamt neun Millionen Euro externes Kapital eingeworben. Im März 2025 schloss das Unternehmen eine Series-A-Finanzierungsrunde über sechs Millionen Euro ab, angeführt von Hi Inov, Flashpoint und Motion Ventures.

Kaiko Systems wird weiterhin als eigenständiges Produkt mit eigener Roadmap und eigenem Team betrieben. Kunden, die bereits eines der Produkte nutzen, müssen ihre Arbeitsweise nicht ändern. Die gemeinsame Gruppe wird jedoch Schnittstellen anbieten, sodass Daten zwischen Kaiko- und UniSea-Modulen fließen können.

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