
Oslo, 8. Juni 2026. Der Stadtrat von Oslo will erreichen, dass die meisten Einwohner der norwegischen Hauptstadt zu Fuß gehen, Rad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen, anstatt mit dem Auto zu fahren. Am Montag präsentierte er in einem „Grünen Mobilitätsplan“, wie dies umgesetzt werden kann. Heute werden 73 Prozent der Wege in Oslo ohne Auto zurückgelegt. Ziel des Stadtrats ist es, diese Zahl auf 85 Prozent zu erhöhen.
Der Plan „Grüner Mobilitätsplan“ ist der erste in Norwegen, der sowohl den öffentlichen Nahverkehr, das Radfahren, das Zufußgehen als auch den gewerblichen Verkehr in einem einzigen Plan behandelt. Ziel ist es, sicherere Wohngebiete, eine bessere öffentliche Gesundheit und weniger Staus, Emissionen und Umweltverschmutzung zu schaffen, schreibt der Stadtrat in einer Pressemitteilung.
Eirik Lae Solberg, Vorsitzender des Osloer Stadtrates (Byrådsleder), erklärt, dass das Auto weiterhin in Oslo genutzt werden kann. „Manche Menschen brauchen ein Auto. Wir sollten es denen, die auf ein Auto angewiesen sind, nicht unnötig schwer machen. Aber die erste und einfachste Wahl sollte immer die umweltfreundliche Alternative sein.“, sagte er gegenüber dem Sender NRK.
Eine zentrale Maßnahme ist die Umleitung des Durchgangsverkehrs weg von Wohngebieten. Umwelt- und Verkehrskommissarin Marit Kristine Vea weist darauf hin, dass GPS-Dienste die Situation verschärft haben. „Google Maps hat das Problem verschärft. Das führt dazu, dass die Leute Abkürzungen suchen und am Ende dort fahren, wo sie es absolut nicht sollten.“
Der Plan sieht keine vollständige Sperrung von Straßen für den Autoverkehr vor, sondern Maßnahmen, die den Verkehr dorthin lenken, wo er am sinnvollsten ist. Der Stadtrat möchte außerdem, dass Arbeitgebern die Möglichkeit eingeräumt, Parkgebühren am Arbeitsplatz zu erheben.
Der Plan sieht außerdem mehr Natur und Grünflächen in Straßen und städtischen Räumen vor – sowohl, um mehr Menschen zum Spazierengehen und Radfahren zu animieren, als auch zum Erhalt der Artenvielfalt.
Der Stadtrat weist außerdem darauf hin, dass der Anteil der Radfahrer unter Kindern und älteren Menschen gering ist, und möchte daher die Radfahrausbildung an den Osloer Schulen ausbauen.
Der Stadtrat wird nach Ablauf der Konsultationsfrist am 31. August festlegen, welche konkreten Straßen betroffen sind.
