
Oslo, 6. Mai 2026. Das Interesse an der Errichtung von Rechenzentren ist in Norwegen sprunghaft gestiegen. Im ersten Halbjahr 2025 lag der Stromverbrauch von Rechenzentren bei 1,4 TWh, verglichen mit 0,9 TWh im ersten Halbjahr 2024. Dies entspricht einem Anstieg um 50 Prozent. 2018 hatte die Regierung den Stromverbrauch von Rechenzentren als Teil der „allgemeinen Versorgung“ betrachtet. Jetzt hat das Energieministerium eine Neubewertung vorgenommen und betrachtet Rechenzentren nicht mehr als Teil der „allgemeinen Versorgung“ im Rahmen des Konzessionssystems für Strom.
Die Stromkonzessionen werden in zwei Gesetzen geregelt. So ist unter anderem festgelegt, dass die Unternehmen, die über eine Konzession verfügen, bis zu zehn Prozent der Stromerzeugungskapazität als Konzessionsstrom an betroffene Gemeinden abgeben. Dies soll sicherstellen, dass diese im Fall von Naturkatastrophen über eine angemessene Stromversorgung verfügen. Die Zuteilung des Konzessionsstroms an die Gemeinde ist auf den Bedarf zur Deckung des allgemeinen Strombedarfs der Gemeinde begrenzt. Die „allgemeine Versorgung“ umfasst grundsätzlich den gesamten Energieverbrauch der Gemeinde, mit Ausnahme energieintensiver Industrie und Holzverarbeitung. „Das Konzessionsmodell für Strom war nie dazu gedacht, Kommunen Anreize für die Ansiedlung bestimmter Branchen zu geben“, so Energieminister Terje Aasland.
Es bleibt den Gemeinden allerdings freigestellt, den Bau von Rechenzentren zu genehmigen. Die Zahlungen von Grundsteuern und der Schaffung lokaler Arbeitsplätze bleiben bei der Ansiedlung von Rechenzentren weiterhin starke Anreize.
