Zwiebelfreunde im norwegischen Parlament überstimmen Regierungspartei

Losung der Senterpariet: Senterpariet gewährleistet ein angemessenes Entschädigungssystem für Zwiebelbauern©Senterpartiet

Oslo, 6. Februar 2026. Während einer Sitzung des EWR-Ausschusses (Europäischer Wirtschaftsraum) in Brüssel Anfang dieses Jahres wurden 88 Rechtsakte in das EWR-Abkommen aufgenommen. Die meisten dieser Rechtsakte betreffen den Lebensmittelsektor und legen Höchstwerte für Schadstoffe in Lebensmitteln fest, darunter auch für Cadmium in Zwiebeln. Dieser neue Grenzwert für Cadmium in Zwiebeln, der am 1. Juli 2026 in Kraft tritt, könnte Auswirkungen auf Teile der Zwiebelproduktion in der Inlandregion haben. Die Labour-Regierung hat deshalb eine Entschädigung von 70 Prozent für Zwiebelernten vorgeschlagen, die sich nicht verkaufen lassen, weil sie den neuen Grenzwert überschreiten. Erlaubt sind statt bisher 0,05 Milligramm pro Kilogramm nur noch 0,03 Milligramm. Die geschätzten Kosten für die Kartierung von Anbauland, auf dem die Grenzwerte eventuell überschritten werden, belaufen sich auf fünf Millionen Kronen. Einigen Parlamentsmitgliedern ist das nicht genug. Die Mehrheit im Storting fordert von der Regierung eine Erhöhung der Entschädigung für Zwiebelproduzenten auf mindestens 95 Prozent.

Norwegen hat eine Minderheitsregierung. Insofern ist es für die anderen Parteien ein Leichtes, die Regierung der Arbeiterpartei, die auf die Zusammenarbeit mit fünf anderen Parteien angewiesen ist, zu überstimmen. Im Zwiebelfall setzt sich die Zentrumspartei Senterpartiet vehement für höhere Entschädigungen ein. Auf ihrer Website teilt die Partei mit:

„Mehrheit im Storting für angemessene Entschädigung von Zwiebelbauern 🧅🧑🏼‍🌾 Eine Mehrheit im Industrieausschuss hat die Regierung der Arbeiterpartei überstimmt und eine angemessene Entschädigungsregelung für Zwiebelbauern durchgesetzt, die ihre Ernte aufgrund der Absenkung des Cadmium-Grenzwerts ab dem 1. Juli 2026 vernichten müssen. Alle Parteien außer der Arbeiterpartei und Høyre unterstützen die Regelung. Sie soll eine Entschädigung von mindestens 95 % vorsehen, sich am tatsächlichen Wert der vernichteten Zwiebeln orientieren und keine Obergrenze für die Zahlungen haben. Sie gilt für die Anbausaison 2026. ‚Dies ist wichtig für die Landwirte, aber auch für die Selbstversorgung Norwegens“‘, so der wirtschaftspolitische Sprecher Geir Pollestad. 🍀 Die Zentrumspartei erwartet nun, dass der Landwirtschaftsminister die Entscheidung des Stortings zügig umsetzt. Die Regelung gibt den Landwirten Planungssicherheit für die Fortsetzung der Produktion – und den Verbrauchern die Gewissheit, dass norwegische Zwiebeln sicher verzehrt werden können.“

Das Schwermetall Cadmium ist ein chemisches, giftiges Element, das in der Erdkruste vorkommt. Auf verschiedenen Wegen kann Cadmium in die Nahrungskette gelangen.

Dies ist nicht das erste Mal seit den Wahlen im vergangenen Herbst, dass die Labour-Regierung vom Storting überstimmt wurde. NRK fasst die Fälle zusammen:

Die Angelegenheit wird schließlich am 19. März im Storting behandelt.

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