Starke Abwertung des US-Dollars führt im Januar zum Rückgang norwegischer Exporte von Meeresfrüchten

Lachs hat mit über 70 Prozent wertmäßig den größten Anteil an den Exporten norwegischer Meeresfrüchte. Im Bild: eine Lachszuchtanlage vor Molde.©BPN

Oslo, 23. Februar 2026. Niedrigere Lachspreise, ein schwächerer US-Dollar, reduzierte Quoten für mehrere Wildfischarten und ein verschärfter Wettbewerb auf wichtigen Märkten führten dazu, dass die norwegischen Meeresfrüchteexporte im Januar zurückgingen. Norwegen exportierte nach Angaben des Norwegian Seafood Council im ersten Monat des Jahres Meeresfrüchte im Wert von 14,8 Milliarden NOK. Dies entspricht einem Rückgang von 416 Millionen NOK bzw. drei Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Insbesondere die angespannte Handelssituation mit den USA und der schwache US-Dollar verursachten den Rückgang. Im Januar vergangenen Jahres waren die USA Norwegens größter Einzelmarkt. Ein Jahr später ist der Exportwert um 37 Prozent gesunken und die USA wurden von Polen, den Niederlanden und China auf der Liste der größten Einzelmärkte Norwegens überholt.

„Hohe und unberechenbare Zölle sowie ein schwächerer Dollar haben in den USA, unserem nach wie vor größten Absatzmarkt für Lachs- und Forellenfilets, große Unsicherheit und Herausforderungen geschaffen. Die angespannte Handelslage ist etwas, dessen Folgen wir jetzt spüren“, erklärt Christian Chramer, CEO des Norwegian Seafood Council.

Gesamtexporte norwegischer Meeresfrüchte jeweils im Januar, aufgeteilt in Fischerei und Aquakultur©Norwegian Seafood Council

Die Bedeutung der USA als Absatzmarkt für Fischfilets hat bereits Folgen für die norwegische Filetindustrie. Nach einem Exportwachstum von acht Prozent bei Lachs- und Forellenfilets im vergangenen Jahr brachen die Exporte im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um neun Prozent ein.

„Dies hat Konsequenzen für große Teile der Fischereiindustrie. Die Unsicherheit ist groß, und der globale Fischhandel ist so eng miteinander verflochten, dass dies Auswirkungen auf zahlreiche Arten und Märkte hat“, sagt Chramer. „Erstmals in einem Monat überstieg der Exportwert von Lachs nach China eine Milliarde Kronen. Diese starke Nachfrage konnte einige der Folgen des Rückgangs in den USA abmildern.“

Der europäische Markt erhöhte seinen Anteil an den gesamten norwegischen Meeresfrüchteexporten im Januar dieses Jahres von 62 Prozent auf 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders stark was das Wachstum in Polen. Traditionell ist Polen ein Markt für die Weiterverarbeitung von Lachs. Inzwischen wird dort auch vermehrt Lachs verzehrt.

Exportwert der norwegischen Meeresfrüchte nach Fischart im Januar 2026, aufgeteilt in Fischerei und Aquakultur©Norwegian Seafood Council

Die norwegische Krone hat im Januar gegenüber dem US-Dollar und mehreren wichtigen asiatischen Währungen im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich an Wert gewonnen. Dies trug dazu bei, den in norwegischen Kronen gemessenen Exportwert zu dämpfen. Eine gestärkte Krone verteuert norwegische Meeresfrüchte unter anderem in den USA und Japan.

Hier sind die 10 größten Märkte im Januar nach Wert (Veränderungen gegenüber Januar des Vorjahres in Klammern):

  1. Polen*: 1,9 Millioarden NOK (+55 %)
  2. China: 1,2 Milliarden NOK (+8 %)
  3. Niederlande: 943 Millionen NOK (+8 %)
  4. USA: 937 Millionen NOK (-37 %)
  5. Frankreich: 913 Millionen NOK (+1 %)
  6. Vereinigtes Königreich: 849 Millionen NOK (+2 %)
  7. Spanien: 820 Millionen NOK (-4 %)
  8. Dänemark: 733 Millionen NOK (-11 %)
  9. Italien: 635 Millionen NOK (-19 %)
  10. Südkorea: 432 Millionen NOK (-21 %)

*Polen ist der größte Standort für die Verarbeitung von Lachs, der unter anderem nach Deutschland geliefert wird.

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