
München, 14. Februar 2026. Die Verteidigungsminister von Norwegen und Deutschland, Tore O. Sandvik und Boris Pistorius, haben auf der Münchner Sicherheitskonferenz ein umfangreiches Verteidigungsabkommen unterzeichnet, das sogenannte „Hansa-Abkommen“. Es umfasst die Bereiche Verteidigungsindustrie, weltraumgestützte Überwachung, Zielerfassung und Kommunikation, maritime Sicherheit und Operationen im Nordatlantik und in der Nordsee, Kooperation bei Landoperationen und schneller Verstärkung. Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit beider Länder liegt auf der Zusammenarbeit bei Verteidigungsgütern wie U-Booten, Raketen und neuen Panzern.
„Eine enge europäische Zusammenarbeit ist wichtig, um die Lastenverlagerung innerhalb der NATO zu bewältigen, in der Europa einen größeren Anteil der Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen wird. Deutschland ist einer der wichtigsten Verbündeten Norwegens in Europa und unser wichtigster Partner in der EU. Nun gehen wir in unserer engen und starken Zusammenarbeit noch einen Schritt weiter“, erklärt Verteidigungsminister Tore O. Sandvik.
Die deutschen Streitkräfte trainieren und üben regelmäßig in Norwegen, beispielsweise im Rahmen der bevorstehenden Winterübung Cold Response 26. Norwegen werde die Infrastruktur weiter ausbauen, um sich bestmöglich auf den Empfang alliierter Verstärkungen vorzubereiten. Es werde geprüft, ob Deutschland ebenfalls Ausrüstung in Norwegen vorab lagern sollte, teilt das Verteidigungsministerium mit.
Im vergangenen Jahr war Norwegen nach der Ukraine der zweitgrößte Importeur deutscher Rüstungsgüter. Norwegen erwarb deutsche Rüstungsgüter im Wert von 1,4 Milliarden Euro (rund 16 Milliarden Kronen). Dies bilde die Grundlage für die industrielle Zusammenarbeit und trage zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung in Norwegen bei. Ein Beispiel hierfür sei die Montage von 37 der 54 Leopard-2-Panzer, die Norwegen beim deutschen Hersteller Krauss-Maffei Wegmann bestellt hat. RITEK in Trøndelag wird diese Panzer montieren, heißt es in einer Pressemitteilung.
Ein wichtiges Feld der Kooperation zwischen Deutschland und Norwegen stellt die gemeinsame Unterstützung der Ukraine dar. So werden die beiden Länder gemeinsam Ersatzteile für das Patriot-Luftverteidigungssystem für die Ukraine beschaffen. Wie die Regierung mitteilt, steuert Norwegen über eine Milliarde Kronen bei. Bereits zuvor hatten Norwegen und Deutschland zwei Patriot-Systeme gespendet, wobei Norwegen insgesamt sieben Milliarden Kronen zur Verfügung stellte.
„Dies ist für die Ukraine von großer Bedeutung, um sich weiterhin gegen russische Angriffe verteidigen zu können. Eine Vereinbarung mit Deutschland über den gemeinsamen Kauf von Ersatzteilen wird sicherstellen, dass die Systeme einen Großteil der Zeit betriebsbereit und effektiv sind“, so Premierminister Jonas Gahr Støre.
Das neue Projekt zur Beschaffung und Spende von Ersatzteilen für das Patriot-Luftverteidigungssystem soll dazu beitragen, die Einsatzbereitschaft des Patriot-Luftverteidigungssystems aufrechtzuerhalten.

„Die Bereitstellung von Ersatzteilen, Wartung und Nachbetreuung der gespendeten Ausrüstung ist eine kosteneffektive Möglichkeit, die Ukraine militärisch zu unterstützen. Der Kauf von Ersatzteilen ist günstiger als beispielsweise der Kauf eines neuen Patriot-Systems, und die Wirkung dürfte vergleichbar sein“, so Verteidigungsminister Tore O. Sandvik.
Neben der bilateralen Zusammenarbeit im Bereich der Luftverteidigung haben Norwegen und Deutschland auch zur Finanzierung von PURL (Prioritised Ukraine Requirements List) beigetragen, einem Programm zur Beschaffung von Material aus den Vereinigten Staaten. Luftverteidigungsmaterial ist ein Hauptbestandteil von PURL, aber es umfasst auch anderes Material wie beispielsweise Artilleriemunition mit großer Reichweite.
Das Ersatzteilpaket wird über das Nansen-Programm finanziert, ein mehrjähriges Unterstützungsprogramm für die Ukraine mit parteiübergreifender Unterstützung im Storting. Seit seiner Einrichtung im Jahr 2023 mit einem Budget von 75 Millionen NOK (2023–2027) wurde es sowohl erweitert als auch verlängert. Das Programm verfügt nun über ein Budget von 274,5 Milliarden NOK für den Zeitraum 2023–2030.
Das Nansen-Programm für die Ukraine umfasst sowohl militärische als auch zivile Unterstützung. Die zivile Unterstützung beinhaltet auch humanitäre Hilfe. Ein Teil dieser Hilfe geht auch nach Moldau, dem Nachbarland, das am stärksten vom russischen Angriffskrieg betroffen ist.
