Rechenzentrum und Forellenzucht starten Projekt zur Wärmerückgewinnung in Rjukan

Das enge Vestfjord-Tal bietet Rechenzentren beste klimatische Bedingungen.©Green Mountain

Rjukan, 4. Februar 2026. Der norwegische Betreiber von Rechenzentren, Green Mountain, und das Fischzucht-Unternehmen Hima Seafood haben in Rjukan ein gemeinsames Projekt zur Abwärmenutzung gestartet. Die landbasierte Fischzuchtanlage von Hima Seafood nutzt die Abwärme des Rechenzentrums von Green Mountain zur Erwärmung seiner Aquakultursysteme. Das Wasser kann anschließend an Green Mountain zurückgeführt und in dessen Kühlprozess integriert werden. Dieses geschlossene Energiesystem reduziert nach Angaben der Unternehmen den Energieverbrauch und die Umweltbelastung beider Unternehmen.

Die beiden Unternehmen liegen etwa 800 Meter auseinander. Bereits in der Bauphase der Fischzuchtanlage wurden die notwendigen Rohre zwischen beiden verlegt. Im Herbst 2025 ging das System in Betrieb. In der aktuellen Phase wird es zur Wärmerückgewinnung mit einer Kapazität von bis zu 1,75 MW getestet. Die Erkenntnisse aus dieser ersten Phase sollen in die zweite Phase einfließen, in der das System auf 8 MW skaliert werden soll.

„Abwärme ist nur dann Abwärme, wenn sie ungenutzt bleibt“, sagt Annar Bøhn, CEO von Hima Seafood. „Durch die Nutzung der Abwärme von Green Mountain reduzieren wir unseren Energieverbrauch, verbessern unsere Umweltbilanz und stärken gleichzeitig die Stabilität unserer Betriebsabläufe. Das ist eine echte Win-win-Situation“, so Bøhn.

Der Projektstart wurde mit einer Veranstaltung in den Räumlichkeiten von Hima Seafood in Rjukan begangen. An der Veranstaltung nahmen die Ministerin für Digitalisierung und öffentliche Verwaltung, Karianne Tung, die Bürgermeisterin der Gemeinde Tinn, Kathrine Haatvedt, und der Bezirksbürgermeister von Telemark, Sven Tore Løkslid, teil.

„Norwegen ist auf eine sichere und robuste digitale Infrastruktur angewiesen, und Rechenzentren sind ein wesentlicher Bestandteil dieser Grundlage. Deshalb wünscht sich die Regierung Rechenzentren in Norwegen, erwartet aber gleichzeitig von der Branche einen Beitrag zu einer grüneren Zukunft. Hier in Rjukan sehen wir eine enge Zusammenarbeit zwischen Green Mountain und Hima Seafood. Dies ist eine perfekte Symbiose zwischen Rechenzentren und neuen Branchen – genau die Art von Partnerschaft, die wir uns für mehr Rechenzentren wünschen“, erklärt Ministerin Tung.

Hima Seafood wurde vor drei Jahren gegründet und befindet sich derzeit in einer Wachstumsphase. Der Standort in Rjukan beschäftigt 55 Vollzeitkräfte und strebt eine Produktionsmenge von 8.000 Tonnen Forellen pro Jahr an. Der Bau wurde im vergangenen Sommer abgeschlossen, und der Betrieb läuft nun im ersten vollen Betriebsjahr. Hima Seafood hat ein riesiges Grundwasserreservoir in Vestfjorddalen, direkt unterhalb der Anlage, ausfindig gemacht und sich eine Lizenz zur Wassergewinnung gesichert. Die Fische sind seit August im Handel erhältlich.

Rjukan liegt im engen Vestfjord-Tal mit bis zu 500 Metern Höhenunterschied zwischen Talboden und Bergspitzen. Eine Durchschnittstemperatur von 13 °C sorgt für eine natürliche Kühlung. Das Tal ist so steil, dass die Sonne in den Wintermonaten den Ort nicht erreicht. Ein Spiegel auf dem Berg, gespendet von dem deutschen Bauunternehmen Bilfinger, sorgt im Winter dafür, dass die Einwohner sich auf einen kleinen Platz im Zentrum des Ortes an einigen Sonnenstrahlen erfreuen können.

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