
Oslo, 17. November 2025. Norwegens Energieverbrauch ist von 2023 bis 2024 um sechs TWh gesunken. Das entspricht einem Rückgang von zwei Prozent. Dies ist hauptsächlich auf die Elektrifizierung des Verkehrssektors und der Erdölindustrie zurückzuführen, wie der jetzt veröffentlichte Energieverbrauchsbericht 2025 der norwegischen Direktion für Wasserressourcen und Energie NVE zeigt. Zu den Energieprodukten zählen Strom, Fernwärme, Bioenergie, Erdölprodukte, Gas und Kohle. Rechenzentren sollen ab dem kommenden Jahr als eigenständiger Sektor aufgenommen werden. Im ersten Halbjahr 2025 lag der Stromverbrauch von Rechenzentren bei 1,4 TWh, verglichen mit 0,9 TWh im ersten Halbjahr 2024. Dies entspricht einem Anstieg um 50 Prozent.
„Der Gesamtenergieverbrauch in Norwegen sinkt, weil wir fossile Fahrzeuge durch energieeffizientere Elektroautos ersetzt haben und weil Strom vom Festland den Betrieb weniger effizienter Gasturbinen auf dem Schelf ersetzt“, sagt Maren Esmark, Abteilungsleiterin bei NVE. „Der Stromverbrauch in Gebäuden ist seit 2015 etwas zurückgegangen, und die Analysen von NVE deuten auf einen weiteren Rückgang bis 2030 hin. Dennoch ist es noch ein langer Weg, um das Ziel bis 2030 im Gebäudesektor erreichen.“ Ziel ist es, den Stromverbrauch im Gebäudebestand Norwegens um zehn TWh bis 2030 im Vergleich zu 2015 zu senken.
Treibhausgasemissionen in Norwegen nach Sektoren von 2015 bis 2024

Der NVE-Bericht prognostiziert einen weiteren Rückgang des Stromverbrauchs in Gebäuden durch den Ersatz älterer Gebäude durch energieeffizientere Neubauten sowie die Modernisierung bestehender Gebäude, unter anderem durch bessere Dämmung und energieeffizientere Fenster. Darüber hinaus wird erwartet, dass mehr Haushalte mit Wärmepumpen ausgestattet werden und Beleuchtung sowie Elektrogeräte zunehmend energieeffizienter werden.
Gesamtenergieverbrauch in Norwegen nach Sektoren von 2015 bis 2024

Der Bericht zum Energieverbrauch gibt auch Aufschluss über den Stand des nationalen Ziels für Energieeffizienz, ausgedrückt als Energieintensität. Die Energieintensität ist ein Indikator dafür, wie effizient Energie im Vergleich zur norwegischen Wertschöpfung, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) des norwegischen Festlands, genutzt wird. Zwischen 2015 und 2024 ist die Energieintensität auf dem norwegischen Festland um 13 Prozent gesunken. Der Energieverbrauch lag 2024 in etwa auf dem gleichen Niveau wie 2015. Das Bruttoinlandsprodukt ist jedoch seit 2015 deutlich gewachsen. 2024 war das BIP des norwegischen Festlands um 15,3 Prozent höher als 2015. Das BIP-Wachstum führt zu einer geringeren Energieintensität. „Auch hier ist seit 2015 ein klarer Rückgang der Energieintensität zu verzeichnen, aber es ist noch ein weiter Weg bis zum Ziel einer Reduzierung der Energieintensität um 30 Prozent bis 2030“, so Esmark weiter.
Gesamtenergieverbrauch in Norwegen nach Energieprodukten von 2015 bis 2024

Der jährliche Gesamtenergieverbrauch in Norwegen liegt bei rund 300 TWh und umfasst alle Energiearten, sowohl an Land als auch im Meer. Strom ist das am häufigsten genutzte Energieprodukt, gefolgt von Erdgas und fossilen Brennstoffen für den Verkehr. Die Industrie ist der größte Energieverbraucher, gefolgt vom Verkehrssektor und der Erdölindustrie. Auch in Wohnhäusern und Gewerbegebäuden im Dienstleistungssektor wird viel Energie verbraucht.
