Norwegen gibt Milliarden-Kredit zum Erhalt des Regenwaldes

Premierminister Jonas Gaht Støre und Umweltminister Andreas Bjelland Eriksen in Belém©Martin Lerberg Fossum / Büro des Premierministers

Oslo, 6. Oktober 2025. Norwegen zählt seit vielen Jahren zu den weltweit größten Förderern der Regenwälder. Jetzt gab der norwegische Premierminister im Vorfeld der UN-Klimakonferenz COP30 in Brasilien bekannt, dass Norwegen dem Tropical Forest Forever Facility (TFFF) über zehn Jahre hinweg Kredite in Höhe von bis zu 30 Milliarden NOK, etwa 2,56 Milliarden Euro, zur Verfügung stellen wird. Der neue TFFF-Fonds ist die größte Investition im Rahmen der Klima- und Waldinitiative seit deren Gründung im Jahr 2008.

„Die Abholzung der Wälder zu stoppen ist absolut entscheidend, um den Klimawandel und den Verlust der Natur einzudämmen. Die Regenwälder der Welt können nicht länger warten. Die neue Tropical Forest Forever Facility kann Ländern eine sichere und nachhaltige Finanzierung bieten. Es ist wichtig, dass Norwegen dies unterstützt“, so Ministerpräsident Jonas Gahr Støre.

Das norwegische Darlehen wird bis 2035 schrittweise ausgezahlt und muss bis 2075 zurückgezahlt werden. Norwegen stellt vor der Auszahlung des Geldes mehrere Bedingungen, darunter:

  • Bis 2026 müssen mindestens 100 Milliarden NOK von anderen Gebern gesichert werden.
  • Norwegen übernimmt keine Haftung für mehr als 20 Prozent des Gesamtbetrags.
  • Dies sollte ein nachhaltiges Finanzierungsmodell mit akzeptablem Risiko für den norwegischen Beitrag sein.

Das Storting wird über den Fonds im Rahmen des Staatshaushalts entscheiden.

Die Gelder aus Norwegen und von anderen Gebern werden genutzt, um zusätzliches Kapital von privaten Investoren einzuwerben. Das gesamte Kapital fließt in einen globalen Fonds, der in ein breit gestreutes Wertpapierportfolio investiert. Der Überschuss der Anlagen nach Abzug der Investorenzahlungen wird jährlich an Länder ausgeschüttet, die die Entwaldung reduzieren, um zusätzliche Waldschutzmaßnahmen zu finanzieren. Ziel ist es, dass der neue Fonds insgesamt rund 1,25 Billionen NOK einwirbt.

Mindestens 20 Prozent der Mittel fließen an indigene Völker und lokale Gemeinschaften. Der Fonds steht allen Regenwaldländern offen. Brasilien hat die Initiative für den neuen Fonds ergriffen und um Beiträge in Form von Darlehen gebeten.

Langfristig sollte der Fonds auf eigenen Beinen stehen und keine weiteren Einzahlungen mehr benötigen.

Norwegen zählt seit über 15 Jahren zu den weltweit größten Förderern des Regenwaldschutzes. Die Tropical Forest Forever Facility (TFFF) ist ein vorgeschlagener globaler und dauerhaft angelegter Fonds zur langfristigen Erhaltung tropischer Wälder. Er wurde von der brasilianischen Regierung initiiert und in Abstimmung mit elf weiteren Ländern entwickelt. Die erste Ankündigung der aktuellen Fassung erfolgte auf der UN-Klimakonferenz COP28 im Jahr 2023 durch Brasiliens Umweltministerin Marina Silva und Finanzminister Fernando Haddad. Ihr offizieller Start und die Vorstellung der Initiative sind für die COP30 im November 2025 geplant.

Neben dem Schutz der Regenwälder verfolgt die norwegische Regierung für die COP30 zwei Prioritäten:

  1. Verstärktes globales Handeln: Das Treffen muss die von den Ländern bis 2035 erreichten Klimaziele anerkennen und alle dazu aufrufen, Ziele zu erreichen, die das 1,5-Grad-Ziel in Reichweite halten. Es muss außerdem klare Fahrpläne für alle Akteure bereitstellen, damit diese zu den Klimazielen beitragen und die Bemühungen zur Emissionsreduzierung verstärken können.
  2. Einigung auf konkrete und praktische Instrumente: Es müssen klarere Leitlinien eingeführt werden, um die Bemühungen zur Anpassung an den Klimawandel zu stärken. Das Treffen wird ein System etablieren, um ein besseres Verständnis dafür zu erlangen, inwieweit die Welt auf dem richtigen Weg ist, das im Pariser Abkommen festgelegte Ziel der Klimaanpassung zu erreichen.

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

Eine Fahrt mit dem Arctic Train auf der nördlichsten Bahn Norwegens